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Nahost-Konflikt : Israel tötet Extremistenführer aus der Luft

  • Aktualisiert am

Luftangriff auf Rafah im Süden des Gazastreifens Bild: REUTERS

Das israelische Militär hat in der Nacht 160 Ziele in Gaza bombardiert. Dabei wurde auch der Extremistenführer Hafes Hamad getötet. Eine Hamas-Rakete flog so weit nach Israel hinein wie noch keine zuvor.

          Israels Armee hat in der Nacht zum Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Nach eigenen Angaben beschoss das Militär 160 Ziele. Seit Beginn der Militäroperation „Protective Edge“ (Schutzrand) haben Luftwaffe und Marine demnach 435 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 225 Raketen auf Israel abgefeuert, teilte die Armee mit. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen.

          Bei einem Luftschlag im nördlichen Gazastreifen wurde ein Anführer der Extremistengruppe Islamischer Dschihad getötet. Bei dem Angriff auf Hafes Hamad kamen auch mindestens vier Angehörige ums Leben. Details über den Militärschlag teilte die israelische Armee zunächst nicht mit.

          Ein palästinensischer Junge sammelt Habseligkeiten aus dem Schutt eines zerbombten Wohnhauses Bilderstrecke

          Nach Angaben des Innenministeriums von Gaza wurden bei dem Angriff in der Stadt Beit Hanun neben Hamad auch zwei seiner Brüder und seine Eltern getötet. Eine bislang nicht identifizierte Frau soll ebenfalls unter den sechs Todesopfern sein. Hamad war nach palästinensischen Angaben Kommandeur der Al-Quds-Brigaden, dem bewaffneten Flügel des Islamischen Dschihad.

          Rakete fliegt 117 Kilometer nach Israel hinein

          Die Zahl der von Israel bei der jüngsten Offensive Getöteten stieg laut palästinensischen Angaben auf 28. Unter ihnen sollen mehrere Kinder sein.

          Die Armee hält sich einen Einmarsch im Gazastreifen offen und hat bereits die Einberufung von bis zu 40.000 Reservisten angekündigt. Damit reagiert Israel auf die anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Militante Mitglieder der dort herrschenden Hamas hatten am Dienstagabend auch weiter entfernte Städte in Israel angegriffen, unter ihnen Tel Aviv und Jerusalem. In der Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv sei eine Rakete eingeschlagen, sagte eine Sprecherin des Militärs. Das sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen. Chadera liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Zuletzt waren Tel Aviv und Jerusalem während des achttägigen Krieges von 2008 unter Feuer genommen worden. Gemäß seiner Abschreckungsstrategie reagiert die israelische Armee auf Angriffe auf Tel Aviv oder Jerusalem gewöhnlich mit massiver Vergeltung.

          Es gab bislang keine Berichte über Todesopfer in Israel. Zwei Menschen wurden durch Splitterteile verletzt. Vielerorts lag das öffentliche Leben lahm, weil Menschen in den Schutzräumen ausharren mussten. Einige Raketen wurden vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ zerstört.

          Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an. Das berichtete der israelische Rundfunk. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hieß es weiter. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage im Nahen Osten abzuhalten, schrieb die Zeitung „Haaretz“.

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