Home
http://www.faz.net/-gq9-7842e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vergeltungsschläge Israel greift Ziele im Gazastreifen an 

 ·  Zum ersten Mal seit der Militäroffensive im November 2012 hat die israelische Armee wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen. Zuvor waren von dort aus mehrere Granaten auf den Süden Israels abgefeuert worden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (16)

Die Spannungen an den Süd- und Nordgrenzen Israels haben sich verschärft. Zum ersten Mal seit der Militäroffensive im vergangenen November hat die israelische Armee in der Nacht zum Dienstag zwei Ziele im Gazastreifen angegriffen. Zuvor waren von dort aus wieder mehrere Granaten auf den Süden Israels abgefeuert worden.

Doch die Terrorgruppen in Gaza zeigten sich unbeeindruckt: Am Mittwochmorgen beschossen sie Israel abermals mit zwei Kassam-Raketen. Während des jüngsten Besuchs des amerikanischen Präsidenten Barack Obama waren in Südisrael schon mehrere Raketen aus Gaza niedergegangen.

Der neue israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon bezichtigte die in Gaza herrschende Hamas-Organisation der Tatenund stellte klar, dass die Armee weitere Angriffe aus dem Gazastreifen nicht tatenlos hinnehmen werde. Israel werde „ohne zu zögern“ zurückfeuern, sobald klar sei, woher es beschossen wurde. Das gelte auch für den syrischen Teil der Golanhöhen. Israel mache die syrische Regierung unter Präsident Baschar al Assad für den Beschuss verantwortlich, sagte Jaalon. Am Dienstag hatte ein israelischer Panzer zurückgeschossen, nachdem wieder eine israelische Patrouille vom syrischen Teil der Golanhöhen aus angegriffen worden war. Zuvor war eine Granate aus Syrien auf israelischem Gebiet eingeschlagen.

Neue Gefahr aus Syrien

Im November 2012 hatte die israelische Armee nach syrischem Granatenbeschuss zum ersten Mal seit dem Jom-Kippur-Krieg im Jahr 1973 in Richtung Syrien gefeuert. Zuvor hatte sie damit begonnen, den alten Grenzzaun zu modernisieren. Nach Armeeangaben wird er „zu der am weitesten fortgeschrittenen Grenzbarriere der Welt“ ausgebaut. Laut israelischen Presseberichten wird die von einer israelischen Firma gebaute Absperrung umgerechnet etwa 50 Millionen Euro kosten. Bis zum Sommer werde sie 60 Kilometer lang sein. Der etwa fünf Meter hohe Zaun wird angeblich mit Sensoren ausgestattet sein, die kontinuierlich ihre Daten an eine Zentrale übermitteln, die bei Bedarf Alarm auslöst. Mit der Planung sei schon gut ein Jahr nach dem Beginn des Bürgerkriegs im März 2011 begonnen worden.

Zudem wurde vor kurzem auf den Golanhöhen ein Militärlazarett zur Behandlung verletzter Syrer eingerichtet, die zuletzt immer häufiger in Israel um Hilfe baten. Israelische Politiker und Militärs fürchten, dass das geschwächte syrische Regime bald vollends die Kontrolle über die Golan-Grenze verlieren könnte. Präsident al Assad und sein Vater Hafiz hatten bisher dafür gesorgt, dass die Waffenstillstandslinie auf dem nach 1967 von Israel annektierten Golan die ruhigste Außengrenze Israels blieb. Es gebe Hinweise darauf, dass unweit der israelischen Grenze in Syrien ausländische Dschihadisten im Einsatz sind, die Verbindungen zu Al Qaida unterhalten, heißt es nun in israelischen Sicherheitskreisen. Man fürchtet, dass sie sich gegen Israel wenden könnten, wenn Assad besiegt ist.

  Weitersagen Kommentieren (9) Merken Drucken

03.04.2013, 12:04 Uhr

Weitersagen
 

Die Verlierer

Von Volker Zastrow

Die Sozialdemokraten blasen seit Monaten die Backen auf: Der Mindestlohn! Die Frührente! Die Energiewende! Und doch schlägt sich das in den Umfragen nicht nieder. Denn die Partei kreist vor allem um sich selbst. Ein Kommentar. Mehr 50 53