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Vereinte Nationen Brahimi neuer Syrien-Vermittler

 ·  Der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi übernimmt von Kofi Annan den Posten des UN-Sondergesandten für Syrien. Unterdessen steigt die Zahl der syrischen Flüchtlinge nach Jordanien und die Türkei weiter.

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© AFP Lange gerungen: Lakhdar Brahimi, neuer UN-Sondergesandter für Syrien

Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi wird neuer UN-Vermittler in Syrien. Ban Ki Moon, der Generalsekretär der Verinten Nationen, teilte mit, der 78 Jahre alte ehemalige Außenminister seines Landes habe zugestimmt, die Nachfolge des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan in dem Vermittlungsamt anzutreten. Brahimi war schon vor einer Woche als Nachfolger von Annan als Vermittler von UN und Arabischer Liga genannt worden. Er hatte lange mit der Entscheidung gerungen. Annan hatte aus Enttäuschung über das Ausbleiben von Fortschritten aufgegeben.

Der UN-Sicherheitsrat in New York beschloss in der Nacht zum Freitag, die UN-Beobachtermission in Syrien (Unsmis) nicht noch einmal zu verlängern. Damit endet die Mission an diesem Sonntag. An die Stelle von Unsmis, die bis zu 300 Beobachter umfasste, soll nun ein Verbindungsbüro der UN in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen. Die Kämpfe in Syrien dauern mit unverminderter Härte an. In der umkämpften nördlichen Großstadt Aleppo verstärkten die Truppen des Assad-Regimes den Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch besonders großkalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee. Zuletzt hatte die Luftwaffe auch Ortschaften in den ländlichen Regionen um die Stadt bombardiert. Auch aus der Hauptstadt Damaskus wurden am Freitag neue Zusammenstöße gemeldet.

Nach Angaben der UN sind inzwischen 2,5 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen. Seit Beginn des Syrien-Konflikts im März 2011 starben nach Schätzungen der UN mindestens 18.000 Menschen. Oppositionsgruppen sprechen von mehr als 20.000 Toten. 150.000 Menschen flohen laut UN in Nachbarländer. Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien steigt wegen der anhaltenden Kämpfe weiter an. Den stärksten Zuwachs an Schutzsuchenden verzeichnete die Türkei in den Provinzen Kilis und Hatay, wie das UN-Flüchtlingshochkommisariat (UNHCR) am Freitag in Genf mitteilte. Insgesamt halten sich demnach in der Türkei fast 65.000 Syrer in neun Flüchtlingslagern auf. Auch in Jordanien stiegen die Flüchtlingszahlen. Allein in der Nacht zum Freitag hätten gut tausend Menschen die Grenze überquert. Das UNHCR spricht inzwischen von drei Millionen Menschen in Syrien, die von dem Konflikt betroffen seien. 2,5 Millionen brauchten direkte Unterstützung. 1,2 Millionen Menschen mussten wegen des Krieges ihr Zuhause verlassen.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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