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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Usama Bin Ladin Amerikaner dürfen angeblich Witwen befragen

 ·  Die Amerikaner hoffen auf entscheidende Informationen: Pakistan gestattet Medienberichten zufolge die Befragung der Bin-Ladin-Witwen. Sie soll erklären, wie Bin Ladin unerkannt in Abottabad leben konnte.

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Pakistan will amerikanischen Terrorfahndern nach Angaben des amerikanischen Fernsehsenders CBS direkten Zugang zu den drei Witwen des getöteten Al-Qaida-Führers Usama Bin Ladin gewähren. Amerikanische Beamte dürften die Frauen persönlich vernehmen und nicht nur Fragen bei den pakistanischen Behörden einreichen, berichtete der Sender am Montag (Ortszeit). Zwei der Frauen stammten aus Saudi-Arabien, die dritte aus dem Jemen, berichtete der Sender CNN weiter unter Berufung auf amerikanische Quellen. Sie waren während der Erstürmung von Bin Ladins Anwesen vor einer Woche festgenommen worden und befinden sich in pakistanischem Gewahrsam.

Der amerikanische Präsident Barack Obama will endlich wissen, wer die Helfer von Bin Ladin in Pakistan waren. „Wir glauben, dass es ein Unterstützernetzwerk für Bin Ladin in Pakistan gegeben hat“, erklärte er am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Fernsehinterview. Pakistans Premierminister Yousaf Raza Gilani gestand Fehler ein. Die Sicherheitsbehörden hätten es nicht vermocht, den Aufenthaltsort Bin Ladins in der Garnisonsstadt Abbottabad ausfindig zu machen, sagte Gilani am Montag. „Aber das ist nicht nur unser eigenes Versagen, sondern das Versagen aller Geheimdienste dieser Welt.“

Islamabad signalisiert Interesse an Aufklärung

Das Haus in dem pakistanischen Ort Abbottabad sei nach bisherigen Kenntnissen eigens zu dem Zweck gebaut und abgesichert worden, um Bin Ladin dort zu verstecken. Unklar sei, ob Bin Ladins Helfer aus dem Kreis der pakistanischen Regierung stammten, hieß es in dem Interview mit Obama beim Senders CBS. „Das ist etwas, was wir untersuchen müssen, und noch wichtiger: was die pakistanische Regierung untersuchen muss.“

Pakistan: Empörung in Abbottabad

Islamabad habe signalisiert, an der Aufklärung ein starkes Interesse zu haben. Dies sei jedoch keine Frage von drei oder vier Tagen. „Es wird uns einige Zeit kosten, die Geheiminformationen auszuwerten, die wir vor Ort sammeln konnten“, sagte Obama.

Obama bestand nach einem Bericht der „New York Times“ darauf, dass das Spezialkommando, das Bin Ladin tötete, groß genug war, um sich zur Not den Weg aus Pakistan freikämpfen zu können. Dies schrieb das Blatt unter Berufung hohe Regierungsbeamte und Militärs am Montag online. Sie sollten jede Konfrontation mit pakistanischen Sicherheitskräften vermeiden. Aber wenn sie hätten zurückschießen müssen, um herauszukommen, hatten sie die Erlaubnis dazu.

Pakistans Premier Gilani wies Spekulationen über eine mögliche Verwicklung des pakistanischen Geheimdienstes ISI oder anderer Stellen zurück. ISI und Armeeführung hätten das volle Vertrauen und die Unterstützung der Regierung, sagte der Premier. Zudem habe der Kampf gegen den Terrorismus „nationale Priorität“.

Vor dem Parlament kritisierte der Premier, dass die amerikanische Aktion ohne Rücksprache mit den Pakistanern abgelaufen sei. Damit hätten die Vereinigten Staaten die staatliche Souveränität seines Landes verletzt. Gleichzeitig warnte er vor weiteren Alleingänge dieser Art. Sollten strategisch wichtige Einrichtungen (wie etwa die Atomanlagen) ins Visier geraten, habe Pakistan das Recht, „mit aller Macht zurückzuschlagen“. „Niemand sollte die Entschlossenheit und die Fähigkeiten der Nation und der Streitkräfte unterschätzen, unsere Heimat zu verteidigen“, so Gilani.

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