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Syrische Analogie : Russische Raketen für Assad

Russische Raketenabwehreinheiten vom Typ S-300 rollen anlässlich einer Militärparade über den Roten Platz in Moskau Bild: picture alliance / dpa

Nach den jüngsten israelischen Luftangriffen plant Moskau nun angeblich, das syrische Regime mit modernen Flugabwehrsystemen auszustatten. Damit würde Assad über ähnlich schlagkräftige Luftabwehreinheiten verfügen, wie sie die Nato in der Türkei stationiert hat.

          Die Geschichte, sagt man, wiederholt sich nicht. Das gilt auch für Kriege. Manchmal aber hält sie Ähnlichkeiten bereit; so nun auch in Syrien. Wenn stimmt, was israelische Geheimdienstquellen laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ erfahren haben wollen, wird Syriens Staatspräsident Baschar al Assad nun ähnliche Unterstützung zuteil wie seinem nördlichen Nachbarn.

          Ein knappes halbes Jahr ist es her, dass die Türkei in Folge syrischer Übergriffe die Nato-Bündnispartner um Flugabwehrsysteme zum Schutz vor syrischen Raketenangriffen gebeten hat. Inzwischen stehen amerikanische, holländische und deutsche „Patriot“-Einheiten in der Südtürkei. In Assads Fall ist es Russland, das knapp eine Woche nach den jüngsten israelischen Angriffen auf Syrien Flugabwehrraketensysteme an das taumelnde Regime, den langjährigen Verbündeten liefern will.

          Zerrissen: Ein Plakat mit dem Konterfei von Baschar Al Assad in der syrischen Provinz Raqqa
          Zerrissen: Ein Plakat mit dem Konterfei von Baschar Al Assad in der syrischen Provinz Raqqa : Bild: REUTERS

          Moskau soll bis zu sechs Raketenwerfer und 144 Lenkflugkörper des Flugabwehrraketensystems S-300 zu liefern beabsichtigen. Die erste Tranche, heißt es, könne binnen der kommenden drei Monate erfolgen. Russische Ausbilder für die syrischen Bedienmannschaften seien bereits auf dem Weg. Grundlage des Geschäfts soll eine
          Vereinbarung zwischen Moskau und Damaskus aus dem Jahr 2010 sein.

          Mit dem Flugabwehrraktensystem S-300 würde Assad über ein ähnlich leistungsfähiges Gerät wie das amerikanische Flugabwehrraketensystem „Patriot“ verfügen. Beide Systeme sind dazu in der Lage, Kampfflugzeuge - und je nach Konfiguration auch anfliegende Raketen - zu bekämpfen. Sollte das Assad-Regime in Besitz dieser Waffen gelangen, würden israelische Luftangriffe wie auch die Einrichtung einer von amerikanischen Senatoren immer wieder geforderten Flugverbotszone deutlich riskanter, wenn auch nicht unmöglich. Einen hundertprozentigen Schutz bieten die jüngsten Flugabwehrsysteme nicht, und sie sind auch nicht unzerstörbar.

          Ende eines Moskaubesuchs: Amerikas Außenminister am Mittwoch nach Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zu Syrien
          Ende eines Moskaubesuchs: Amerikas Außenminister am Mittwoch nach Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zu Syrien : Bild: AFP

          Ob die Lieferung tatsächlich erfolgt, ist indes nicht absehbar. Zwar hat Russland laut Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri mehrfach Einheiten des S-300-Systems exportiert, unter anderem nach China, Algerien und  in diverse Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Allerdings hatte Moskau im Falle Irans und Zyperns nach internationalem Druck auch schon Abstand von beschlossenen Exporten genommen.

          Sollte Russland den Export der Raketenabwehrsysteme trotz westlicher Proteste vollziehen, würde damit nicht nur das Assad-Regime Dank der „russische Patriots“ militärisch gestärkt. Auch die Fronten zwischen Amerika und Russland, die noch in diesem Monat eine gemeinsame Konferenz zum syrischen Bürgerkrieg einberufen wollen, dürfte sich weiter verhärten.

          Quelle: FAZ.NET

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