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Syrien wirbt um Touristen : Jetski fahren im Land des Todes

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Bild: Screenshot

Hunderttausende starben in den vergangenen fünf Jahren im syrischen Bürgerkrieg. Millionen wurden vertrieben. Das Damaszener Tourismusministerium wirbt mit einem Urlaubsclip. Sein Titel: „Syria Always Beautiful“.

          Ein Mann kurvt mit einem Jetski auf dem hellblauen Meer, Menschen tollen in der Brandung umher. Dahinter erstrecken sich tadellose Sportplätze, reihen sich makellose Hotels und Häuser aneinander. Urlaubsatmosphäre, wie sie sich in diesen Tagen an zahlreichen Streifen des Mittelmeers zutragen könnte. Gefilmt aus der Luft, unterlegt mit Discomusik.

          Erst auf den zweiten Blick stutzt der Beobachter. Die Bilder scheinen in kurzer Zeit gefilmt. Immer wieder rauscht nur ein  Jetskifahrer durchs Bild. Die Menschen im Wasser befinden sich alle an einem Fleck. Die Szenerie wechselt zu keiner Zeit. Nahaufnahmen, Strandpartys, lachende Menschen, all‘ das zeigt das Video nicht.

          Warum das so ist, dafür liefert der Abspann einen Hinweis. Das Video mit dem zynisch anmutenden Titel „Syria Always Beautiful“ zeigt einen schmalen Küstenstreifen nahe der syrischen Hafenstadt Tartus. Sie liegt mitten im Stammland der Alewiten, auf die sich Syriens Präsident Baschar al Assad stützt. Hier ist es verhältnismäßig ruhig. Der Bürgerkrieg, dem in den vergangenen fünf Jahren nach UN-Schätzungen 400.000 Menschen zum Opfer fielen und durch den über 4,8 Millionen weitere vertrieben wurden, tob Dutzende Kilometer weiter östlich.

          Das Video ist die jüngste Auftragsarbeit des syrischen Tourismusministeriums und soll offenbar Ausländer dazu animieren, Urlaub in Syrien zu machen. Der Erfolg hält sich bislang offenbar in Grenzen. Das dürfte an den übrigen Videos liegen, die im Ausland aus Syrien kursieren.

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