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Syrien : UN: Militär und Rebellen zwingen Kinder in den Kampf

  • Aktualisiert am

UN-Truppen auf den Golanhöhen Bild: AFP

Im syrischen Bürgerkrieg setzen beide Seiten Kindersoldaten ein. Das steht in einem UN-Bericht. Den Streitkräften wird vorgeworfen, auch 14-Jährige zu foltern, um Informationen zu erhalten.

          Im Bürgerkrieg in Syrien zwingen Regierungstruppen und Rebellen nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen auch Minderjährige in den Kampf. Die syrischen Streitkräfte folterten zudem Jugendliche, um Informationen oder Geständnisse zu erhalten, heißt es in einem Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der am Mittwoch in New York veröffentlicht wurde. Die Opfer seien teilweise erst 14 Jahre alt.

          Den Rebellen wurde vorgeworfen, Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren im Kampf gegen die Regierung sowie für Hilfsarbeiten wie die Verpflegung einzusetzen. Ban sagte, Regierung und Opposition hätten zugestimmt, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, um die Verletzung von Kinderrechten zu beenden.

          Inzwischen mehr als 93.000 Tote

          Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Angaben  der Vereinten Nationen inzwischen mehr als 93.000 Menschen getötet worden. Das sei die „Mindestzahl von Opfern“, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Donnerstag unter Berufung auf eine neue Untersuchung. „Die wahre Zahl derjenigen, die getötet wurden, liegt wahrscheinlich sehr viel höher.“

          Pillay zufolge sind unter den Todesopfern mindestens 6500 Kinder. Die Menschenrechtskommissarin forderte von den Konfliktparteien eine „sofortige Waffenruhe“, um das Blutvergießen zu stoppen. Menschenrechtsaktivisten sprechen bereits seit geraumer Zeit von  mehr als 94.000 Toten im syrischen Bürgerkrieg. Der blutige Konflikt entwickelte sich aus einer Protestwelle gegen Staatschef  Baschar al Assad, die Mitte März 2011 begonnen hatte.

          „Idriss braucht Geld, Munition und Waffen“

          Derweil kommt Bewegung in die Beratungen über eine Bewaffnung der Aufständischen in Syrien. Vertreter westlicher Staaten wollen nach Angaben von Diplomaten am Samstag mit dem Chef der größten Rebellen-Allianz über Waffenlieferungen sprechen. Das Treffen mit dem Kommandeur der Freien Syrischen Armee, Salim Idriss, soll demnach im Norden der Türkei stattfinden. „Idriss braucht Geld, Munition und Waffen, um seine Führungsposition und seine Glaubwürdigkeit bei seinen Kämpfern zu festigen“, sagte ein Diplomat am Mittwochabend.

          Salim Idriss, Kommandeuer der „Freien Syrischen Armee“
          Salim Idriss, Kommandeuer der „Freien Syrischen Armee“ : Bild: AP/dpa

          Das Treffen wäre ein Signal für einen neuen Versuch, die Hauptstreitmacht der Rebellen gegenüber islamistischen Gruppen zu stärken. Vor allem Frankreich und Großbritannien setzen sich angesichts der militärischen Erfolge der syrischen Führung für eine zügige Bewaffnung der Aufständischen ein. Die Europäische Union hatte vergangenen Monat auf Drängen aus Paris und London das Waffenembargo gegen Syrien auslaufen lassen. Damit können die Gegner von Präsident Baschar al Assad vom Spätsommer an mit Rüstungsgütern beliefert werden.

          Der amerikanische Außenminister John Kerry sagte am Mittwoch, seine Regierung berate über neue Hilfen für die Rebellen. Entschieden sei aber noch nichts. Allerdings lockerten die Vereinigten Staaten die Exportbeschränkungen für syrische Gebiete in Rebellenhand. Das solle helfen, die im Bürgerkrieg zerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen, sagte Kerry. Von der Erleichterungen betroffen seien unter anderem Agrarausrüstung, Baumaterial und Technik zur Wasseraufbereitung.

          In dem Konflikt zwischen Staatschef Baschar al Assad und den Rebellen sind nach UN-Schätzungen mehr als 80.000 Menschen getötet worden. Ein Ende des Bürgerkrieges ist nicht in Sicht. Die Rebellen hatten in der vergangenen Woche in der Stadt Qussair eine schwere militärische Niederlage erlitten.

          Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen mehr als 93000 Menschen getötet worden. Diese Zahl gab die Organisation am Donnerstag im schweizerischen Genf bekannt. Menschenrechtsaktivisten sprechen bereits seit geraumer Zeit von mehr als 94000 Toten seit dem Beginn des Aufstands gegen Syriens Staatschef Baschar al Assad Mitte März 2011.

          Quelle: FAZ.NET mit Reuters, AFP

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