Der syrische Präsident Baschar al Assad ist am Mittwoch in Damaskus mit dem iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi zusammengekommen. Salehi sagte nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana, die Krise in Syrien ließe sich nur „im Innern der syrischen Familie“ und „unter Beteiligung und Koordinierung aller internationalen und regionalen Einrichtungen“ beilegen. Der iranische Außenminister hatte zuvor mit den Mitgliedern der Syrien-Kontaktgruppe über eine Lösung des schon anderthalb Jahre andauernden Konflikts beraten.
In Kairo schlug er am Dienstag vor, iranische, ägyptische und türkische Beobachter zur Überwachung einer friedlichen Konfliktregelung nach Syrien zu entsenden. Wie Sana berichtete, bedauerte er bei seiner Ankunft in der syrischen Hauptstadt, dass Saudi-Arabien nicht an dem Treffen in Kairo teilgenommen habe. Die iranisch-syrischen Beziehungen bezeichnete er indes als „sehr stark“. Der ägyptische Präsident Muhammad Mursi hatte Iran am Dienstag indirekt aufgefordert, seine Unterstützung für das Assad-Regime zu überdenken. Das störe die Beziehungen beider Länder, sagte Mursi nach Angaben seines Sprechers im Gespräch mit Salehi, er könne die Tatsache nicht ignorieren, dass sich die öffentliche Meinung in Ägypten mehrheitlich gegen das syrische Regime richte, das sich einer „harten Sprache und Gewalt“ bediene.
„Routinemäßige“ Bombardements
Derweil berichtete der saudi-arabischen Sender Al Arabija, die Schwester des syrischen Machthabers, Buschra al Assad, sei aus Syrien geflohen. Ihr Mann, Assef al Schaukat, war vor zwei Monaten bei einem Bombenanschlag in Damaskus getötet worden. Er gehörte als stellvertretender Generalstabschef und Mann Assads im Militärgeheimdienst zum engsten Führungskreis des Regimes. Nach Angaben des Senders sollen Streitigkeiten innerhalb des von Alawiten dominierten Machtzirkels der Grund für die Ausreise gewesen sein. Aus Angst um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder habe die Schwester des Machthabers e Syrien verlassen, sagte eine namentlich nicht genannte Quelle Al Arabija. Demnach soll es eine Reihe alawitischer Offiziere geben, die sich gegen Assad gestellt haben, um Angehörige der Minderheit vor Racheakten nach einem Sturz des Regimes zu schützen. Die libanesische Zeitung „Al Dijar“ hatte zuvor berichtet, dass Dubai das Ziel Buschra al Assads und ihrer Kinder gewesen sei.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf dem Assad-Regime am Mittwoch vor, „wahl- und rücksichtslos“ gegen Zivilisten vorzugehen. Ein Bericht, den Amnesty-Mitarbeiter in den umkämpften Regionen Idlib, Dschabal al Zawija und Nord-Hama recherchierten, kommt zu dem Schluss, dass Assads Einheiten auf „ein neues Muster der Kriegsführung“ setzten. Regierungstruppen bombardieren demnach mittlerweile „routinemäßig“ Kleinstädte und Dörfer in Gebieten, in denen sie von der Opposition zurückgedrängt worden seien - mit „katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung“.