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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Syrien Rebellen attackieren Militärflughäfen

 ·  Die syrischen Rebellen konzentrieren sich im Kampf gegen das Regime nun vor allem auf Luftwaffenstützpunkte. In der Provinz Deir as Saur sollen sie Luftabwehrraketen erbeutet haben. 

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Die syrischen Rebellen greifen nun vermehrt die Militärflughäfen des Regimes von Präsident Baschar al Assad an. Bei einer Attacke auf den Stützpunkt Kuris in der nördlichen Provinz Aleppo sollen sie Kampfjets am Boden zerstört haben, wie Aktivisten am Samstag berichteten. Bei der Erstürmung des Luftwaffenstützpunkts Abu Kamal in der östlichen Provinz Deir as-Saur haben sie nach eigenen Angaben eine nicht näher genannte Zahl von Luftabwehrraketen des Typs „Cobra“ erbeutet. Dazu tauchten im Internet auch Aktivisten-Videos auf.

Syrische Staatsmedien berichteten am Samstag von einer Gegenoffensive gegen die in der Nähe von Militärflughäfen aktiven Rebellen. Dabei seien diesen „schwere Verluste“ zugefügt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Von unabhängiger Seite ließen sich auch diese Informationen nicht überprüfen. Am Freitag hatte ein Kommandeur der Aufständischen in Aleppo angekündigt, dass sich die bewaffneten Assad-Gegner künftig auf die militärische Infrastruktur der syrischen Luftwaffe konzentrieren wollten. In den vergangenen Wochen hat das Regime zunehmend mit Helikoptern und Kampfjets Stellungen der Rebellen, aber auch ganze Wohnviertel in Großstädten wie Aleppo bombardiert.

Lawrow: Assad wird nicht aufgeben

Der oppositionellen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden am Samstag in Damaskus und Umgebung die Leichen von mindestens 18 hingerichteten Männern gefunden. Die meisten seien erschossen worden, einige wiesen Folterspuren auf. Erst am Freitag waren laut der Beobachtungsstelle landesweit 125 Menschen getötet worden, darunter 74 Zivilisten.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte es indes „naiv“, wenn der Westen und die arabische Welt erwarteten, dass Assad den Kampf um wichtige Städte als erster aufgeben werde. Wer Assad aufrufe, seine Truppen zurückzuziehen, dies von den Aufständischen aber nicht verlange, verfolge „ein unausführbares Modell“.

Der andauernde Konflikt hat zu einem Anschwellen des Flüchtlingsstroms vor allem in die benachbarte Türkei geführt, wo inzwischen mehr als 80.000 syrische Kriegsvertriebene eingetroffen sind. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte deshalb die Forderung seines Landes nach einer Schutzzone in Syrien selbst. Der Weltsicherheitsrat müsse dafür seine Uneinigkeit überwinden und eine Resolution für eine Flugverbotszone verabschieden, sagte Erdogan nach Angaben türkischer Medien vom Samstag in einem Fernsehinterview am Freitagabend. „Man kann keine Schutzzone einrichten, ohne zunächst eine Flugverbotszone zu erklären“, sagte Erdogan demnach. Die Risiken seien sonst zu groß. Das Vorhaben stößt allerdings bei westlichen Regierungen noch auf Vorbehalte.

Derweil trat der algerische Karrierediplomat Lakhdar Brahimi am Samstag die Nachfolge Kofi Annans als Syrien-Vermittler der UN und der Arabischen Liga an. Annan war mit seinem Plan eines Waffenstillstands und eines daraufhin einsetzenden Dialogs zwischen den verfeindeten Seiten in Syrien gescheitert. Dem Vernehmen nach will er in den nächsten Wochen nach Syrien reisen und Gespräche am Sitz der Arabischen Liga in Kairo führen.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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