Home
http://www.faz.net/-gq9-6yq8w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Syrien Opposition vor Kontaktgruppe-Treffen um Einigkeit bemüht

Syrische Oppositionsgruppen haben auf einer Konferenz in Istanbul versucht, ihre Streitigkeiten beizulegen. Am Wochenende wird dort die amerikanische Außenministerin Clinton erwartet. Die Türkei schloss derweil ihre Botschaft in Damaskus.

© AFP Vergrößern Ein über Youtube verbreitetes Bild, das einen Granatangriff der syrischen Armee auf ein Wohngebiet in Homs zeigen soll

Die Gegner des syrischen Machthabers Baschar al Assad wollen vor dem geplanten Treffen der Kontaktgruppe der Freunde Syriens ihre internen Streitereien beilegen. In einem Vorort von Istanbul begann am Montag eine Konferenz syrischer Oppositionsgruppen. Ziel dieses Treffen sei es, künftig international mit einer Stimme zu sprechen, verlautete aus Oppositionskreisen. Das Treffen in der Türkei soll am Dienstagabend enden.

Am kommenden Sonntag findet in Istanbul das zweite Treffen der sogenannten Freunde Syriens statt, an dem auch die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton teilnehmen wird. Bei dem ersten Treffen des Kreises, dem vor allem westliche und arabische Staaten angehören, hatten die Teilnehmer die Oppositionellen aufgefordert, sich auf eine gemeinsame politische Plattform zu einigen. Auch die Exil-Opposition steht immer mehr unter Druck, weil es ihr bislang nicht gelungen ist, genügend internationale Hilfe zu mobilisieren, um das Töten in Syrien zu beenden.

Türkei schließt Botschaft in Damaskus

Angesichts der gefährlichen Lage in Syrien schließt die Türkei unterdessen ihre Botschaft in Damaskus. Ein Ministeriumsvertreter sagte am Montag, Botschafter und andere Diplomaten würden aus Syrien abberufen. In einer kurzen Mitteilung auf der Website der Botschaft vom Sonntagabend hieß es, das türkische Konsulat in Aleppo bleibe geöffnet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich gesagt, die Türkei sei kurz davor, ihre diplomatischen Beziehungen mit Syrien abzubrechen.

Die syrischen Regierungstruppen beschossen unterdessen von den Rebellen kontrollierte Stadtteile von Homs. Mindestens fünf Menschen wurden dabei am Montag in Warscheh schwer verletzt, wie das Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees mitteilten. Aktivisten berichten schon seit Tagen von Granatbeschuss und gehen davon aus, dass die Soldaten von Präsident Assad einen Sturm auf die betroffenen Stadtteile vorbereiten.

Seit Beginn der blutigen Niederschlagung der Proteste durch Truppen des syrischen Präsidenten Baschar Assad vor einem Jahr sind nach UN-Angaben mehr als 8.000 Menschen getötet worden.

Mehr zum Thema

Quelle: dapd/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hilfe für syrische Flüchtlinge Apothekerin ohne Grenzen

Hunderttausende Flüchtlinge sind in den Nachbarländern Syriens aufgenommen worden. In der Türkei kümmern sich unter anderen die „Apotheker ohne Grenzen“ um ihre Versorgung. Auch Pharmakologen aus Deutschland sind dabei. Mehr

19.07.2014, 16:26 Uhr | Politik
Präsidentschaftswahl in der Türkei Der Kurde ist König

Der kurdische Politiker Selahattin Demirtaş macht Wahlkampf in Köln. Er will bei der Präsidentenwahl in der Türkei den Favoriten Recep Tayyip Erdogan in die Stichwahl zwingen. Mehr

21.07.2014, 22:30 Uhr | Politik
Syrien Mehr als 100 Tote bei Kämpfen zwischen Dschihadisten und Soldaten

Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat in Syrien Dutzende Soldaten bei Kämpfen um einen Militärstützpunkt getötet, weitere sollen hingerichtet worden sein. Mehr

26.07.2014, 16:05 Uhr | Politik

Kiew macht einen klugen Zug

Von Reinhard Veser

Das ukrainische Parlament hat erlaubt, dass bis zu 950 bewaffnete Soldaten aus den Niederlanden und Australien an den Absturzort des Flugs MH 17 kommen dürfen. Das bringt die Separatisten in der Ostukraine in Zugzwang. Mehr 32 57