Home
http://www.faz.net/-gq5-7463o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Syrien Lawrow trifft Assad-Gegner

Russlands Außenminister Lawrow unterstützt weiterhin Assad. Im jordanischen Amman sprach er mit dem ehemaligen syrischen Ministerpräsidenten Hidschab dennoch über die oppositionellen Kräfte. Der UN-Sondergesandte Brahimi warnte indes vor einer „Somalisierung“ Syriens.

© REUTERS Vergrößern In Amman: Russlands Außenminister Lawrow

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am Dienstag mit dem zur Opposition übergelaufenen früheren syrischen Ministerpräsidenten Riad Hidschab zusammengekommen. Bei dem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman sei es darum gegangen, „eine Verständigung über einen Plan zu erreichen, wie mit den oppositionellen Kräften umzugehen und das syrische Volk zu retten“ sei, sagte Lawrow nach der Zusammenkunft. Hidschab gilt als mögliches Mitglied einer Übergangsregierung in Damaskus, die im Falle einer Einigung des Regimes von Präsident Assad mit der Opposition den Aufbau demokratischer Strukturen vorantreiben soll. In der qatarischen Hauptstadt Doha verhandelt die Opposition seit Sonntag über eine Neuformierung. Internationaler Druck hat dazu geführt, dass sich der bislang führende Syrische Nationalrat zu einer Erweiterung um Kräfte aus Syrien selbst bereit erklärt hat.

Markus  Bickel Folgen:     Hans-Christian Rößler Folgen:  

Lawrow bekräftigte seine Unterstützung für Assad und warnte, die Alternative würde Syrien nur noch tiefer ins Chaos stürzen. Der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, warnte in der Zeitung „Al Hayat“ vor einem „Kollaps des Staates“ in Syrien wie in Somalia. „Ich denke, wenn mit der Situation nicht richtig umgegangen wird, dann besteht nicht die Gefahr einer Teilung, sondern einer Somalisierung: der Zusammenbruch des Staates und das Erstarken von Kriegsherren, Milizen und kämpfenden Gruppen.“ In Syrien dauerten die Kämpfe am Dienstag an. In der Hauptstadt Damaskus wurde der Bruder des Parlamentspräsidenten Dschihad Lamad getötet. Usama Laham sei erschossen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, sollen sieben syrische Generäle in die Türkei übergelaufen sein.

Auf den Golanhöhen traf die Kugel eines syrischen Soldaten das Fahrzeug eines israelischen Kommandeurs. Dabei entstand nur Sachschaden. Nach Einschätzung der israelischen Armee wurde die Kugel abgefeuert, als die syrische Armee Aufständische in der Gegend verfolgte und war nicht auf das Patrouillenfahrzeug gerichtet.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bürgerkrieg in Syrien Steinmeier erwägt Gespräche mit Syrien

Außenminister Frank-Walter Steinmeier schließt direkte Verhandlungen mit Damaskus nicht aus. Wenn Gespräche mit dem Assad-Regime für eine politische Lösung notwendig seien, müssten diese auch geführt werden, sagt er. Mehr

18.03.2015, 02:54 Uhr | Politik
Damaskus Schneeballschlacht in Syrien

Ein ungewohntes Bild bietet sich derzeit in Syrien: Wintersturm Zina hat in weiten Teilen des nahen Ostens für Schneefälle gesorgt, darunter auch in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Mehr

08.01.2015, 10:23 Uhr | Gesellschaft
Arabische Liga Streitmacht für Streithähne

Auf dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga wurde die Aufstellung einer schnellen Eingreiftruppe beschlossen. Doch die Differenzen zwischen den Staaten sind noch groß. Mehr Von Markus Bickel, Kairo

30.03.2015, 10:19 Uhr | Politik
Syrien Quietschende Reifen in Damaskus

In der syrischen Hauptstadt haben Motorsportfans trotz des Bürgerkrieges erstmals wieder ein Autorennen veranstaltet. Beim Driften schleuderten die Wagen durch die Kurven. Mehr

03.12.2014, 11:07 Uhr | Politik
Bürgerkrieg in Syrien Washington will doch nicht mit Assad verhandeln

Amerikas Regierung stellt nach missverständlichen Äußerungen von Außenminister Kerry klar, dass es keine Gespräche mit Syriens Machthaber Assad geben werde. Amnesty International erhebt neue Vorwürfe gegen das Regime. Es geht um die Bombardierung von Rakka. Mehr

17.03.2015, 05:11 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.11.2012, 16:52 Uhr

Insel der großen Verunsicherung

Von Jochen Buchsteiner. London

Die politischen Erdplatten verschieben sich in Großbritannien. Nach der Wahl in wenigen Wochen erwartet die Briten das bunteste Parlament ihrer Geschichte. Wird das Vereinigte Königreich unberechenbar? Mehr 10 14