http://www.faz.net/-gq5-75183

Syrien-Konflikt : Russland schließt Niederlage Assads nicht mehr aus

  • -Aktualisiert am

Auf dem Vormarsch: Syrische Rebellen mit einem von den Regierungstruppen erbeuteten Panzer nahe Aleppo Bild: dapd

Bei dem Anschlag auf das syrische Innenministerium soll Innenminister Schaar verletzt worden sein. Mittlerweile schließt auch Russland einen militärischen Sieg der Rebellen nicht mehr aus.

          Der syrische Innenminister Ibrahim al Schaar soll bei dem Anschlag auf das Innenministerium in Damaskus am Mittwoch verletzt worden sein. Das berichtete am Donnerstag die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise in der syrischen Hauptstadt. Der Anschlag auf das Ministerium sei durch einen Verrat innerhalb des Sicherheitspersonals al Schaars ermöglicht worden.

          Bereits nach dem tödlichen Anschlag auf ranghohe Mitarbeiter Präsident Baschar al Assads im Juli war der Verdacht aufgekommen, Kreise innerhalb des Regimes hätten die Tat ausgeübt. Auch al Schaar zählte damals zu den Anwesenden, überlebte den Anschlag aber verletzt. Bei dem Anschlag auf das Innenministerium am Mittwoch wurden nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Sana fünf Menschen getötet. Aktivisten sprachen von neun Toten. Den Aufständischen ist es zuletzt gelungen, die Einheiten Assads mehr und mehr in Damaskus zu binden.

          „Führung verliert mehr und mehr Kontrolle“

          Auch Russland, das das Assad-Regime militärisch unterstützt, schließt einen Sieg der Opposition in Syrien offenbar nicht mehr aus. „Die Führung verliert mehr und mehr die Kontrolle im Land“, sagte der stellvertretende Außenminister Michail Bogdanow am Donnerstag der Agentur Itar-Tass zufolge. Deshalb sei eine Niederlage Assads möglich. Zugleich warnte Moskau abermals davor, die Opposition mit Waffen zu unterstützen.

          Nach der Anerkennung der Nationalen Koalition der syrischen revolutionären und oppositionellen Kräfte durch die „Freunde Syriens“ am Mittwoch im marokkanischen Marrakesch wird mit einer stärkeren Bewaffnung der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) durch arabische Verbündete der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs gerechnet.

          Zeichen für ein deutlicheres militärisches Engagement ließ Washington bereits am Mittwoch erkennen, als ein amerikanischer Regierungsvertreter den Beschuss von Aufständischen gehaltener Gebiete mit Scud-Raketen als „erhebliche Eskalation“ wertete. Auch ein Nato-Vertreter in Brüssel sagte, dass in den vergangenen Tagen innerhalb Syriens Scud-Raketen zum Einsatz gekommen seien. Assad versucht seit März 2011, einen Aufstand gegen seine Herrschaft gewaltsam niederzuschlagen.

          Das Innenministerium in Damaskus nach dem Anschlag Bilderstrecke
          Das Innenministerium in Damaskus nach dem Anschlag :

          Die friedliche Revolution hat sich mittlerweile zu einem Krieg ausgeweitet, in dem 40.000 Menschen getötet wurden. Der amerikanische Präsident Barack Obama bezeichnete den Einsatz chemischer Waffen durch das Assad-Regime mehrfach als „rote Linie“; Regierungskreisen in Washington zufolge könnte dieser zu einem militärischen Eingreifen führen. Nach der Aufwertung der Nationalen Koalition als legitimer Vertreterin des syrischen Volkes lud Obama den Vorsitzenden des Oppositionsdachverbandes, Moaz al Khatib, nach Washington ein.

          Khatib hatte die Entscheidung der Vereinigten Staaten, die oppositionelle Al-Nusra-Front als ausländische terroristische Organisation einzustufen, in Marrakesch kritisiert. Trotz ideologischer Differenzen mit anderen Gruppen innerhalb der Opposition vereine diese das Ziel, Assad zu stürzen.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Nationales Punktesystem : China plant die totale Überwachung

          Mit einem gigantischen Punktesystem wollen Chinas Kommunisten jeden einzelnen Bürger zu sozialistisch-tugendhafter Folgsamkeit zwingen. Regierungskritiker werden bestraft.
          Der Jeep des Überläufers bleibt stecken.

          Korea-Konflikt : Video zeigt Jagd auf nordkoreanischen Soldaten

          Das Kommando der Vereinten Nationen in Südkorea wirft dem Norden vor, bei der Jagd auf einen Überläufer den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Zum Beweis veröffentlicht es Videoaufnahmen, die an einen Actionfilm erinnern.

          Suche nach U-Boot : Flugzeug entdeckt Objekt auf Meeresgrund

          Bei der Suche nach dem vermissten argentinischen U-Boot sind die Retter laut Medienberichten auf eine Wärmequelle in 70 Metern Tiefe gestoßen. Wegen des Sauerstoffmangels spricht die Marine von einer „kritischen Phase“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.