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Syrien-Konflikt Russland schließt Niederlage Assads nicht mehr aus

 ·  Bei dem Anschlag auf das syrische Innenministerium soll Innenminister Schaar verletzt worden sein. Mittlerweile schließt auch Russland einen militärischen Sieg der Rebellen nicht mehr aus.

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© dapd Vergrößern Auf dem Vormarsch: Syrische Rebellen mit einem von den Regierungstruppen erbeuteten Panzer nahe Aleppo

Der syrische Innenminister Ibrahim al Schaar soll bei dem Anschlag auf das Innenministerium in Damaskus am Mittwoch verletzt worden sein. Das berichtete am Donnerstag die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise in der syrischen Hauptstadt. Der Anschlag auf das Ministerium sei durch einen Verrat innerhalb des Sicherheitspersonals al Schaars ermöglicht worden.

Bereits nach dem tödlichen Anschlag auf ranghohe Mitarbeiter Präsident Baschar al Assads im Juli war der Verdacht aufgekommen, Kreise innerhalb des Regimes hätten die Tat ausgeübt. Auch al Schaar zählte damals zu den Anwesenden, überlebte den Anschlag aber verletzt. Bei dem Anschlag auf das Innenministerium am Mittwoch wurden nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Sana fünf Menschen getötet. Aktivisten sprachen von neun Toten. Den Aufständischen ist es zuletzt gelungen, die Einheiten Assads mehr und mehr in Damaskus zu binden.

„Führung verliert mehr und mehr Kontrolle“

Auch Russland, das das Assad-Regime militärisch unterstützt, schließt einen Sieg der Opposition in Syrien offenbar nicht mehr aus. „Die Führung verliert mehr und mehr die Kontrolle im Land“, sagte der stellvertretende Außenminister Michail Bogdanow am Donnerstag der Agentur Itar-Tass zufolge. Deshalb sei eine Niederlage Assads möglich. Zugleich warnte Moskau abermals davor, die Opposition mit Waffen zu unterstützen.

Nach der Anerkennung der Nationalen Koalition der syrischen revolutionären und oppositionellen Kräfte durch die „Freunde Syriens“ am Mittwoch im marokkanischen Marrakesch wird mit einer stärkeren Bewaffnung der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) durch arabische Verbündete der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs gerechnet.

Zeichen für ein deutlicheres militärisches Engagement ließ Washington bereits am Mittwoch erkennen, als ein amerikanischer Regierungsvertreter den Beschuss von Aufständischen gehaltener Gebiete mit Scud-Raketen als „erhebliche Eskalation“ wertete. Auch ein Nato-Vertreter in Brüssel sagte, dass in den vergangenen Tagen innerhalb Syriens Scud-Raketen zum Einsatz gekommen seien. Assad versucht seit März 2011, einen Aufstand gegen seine Herrschaft gewaltsam niederzuschlagen.

© dapd Vergrößern Das Innenministerium in Damaskus nach dem Anschlag

Die friedliche Revolution hat sich mittlerweile zu einem Krieg ausgeweitet, in dem 40.000 Menschen getötet wurden. Der amerikanische Präsident Barack Obama bezeichnete den Einsatz chemischer Waffen durch das Assad-Regime mehrfach als „rote Linie“; Regierungskreisen in Washington zufolge könnte dieser zu einem militärischen Eingreifen führen. Nach der Aufwertung der Nationalen Koalition als legitimer Vertreterin des syrischen Volkes lud Obama den Vorsitzenden des Oppositionsdachverbandes, Moaz al Khatib, nach Washington ein.

Khatib hatte die Entscheidung der Vereinigten Staaten, die oppositionelle Al-Nusra-Front als ausländische terroristische Organisation einzustufen, in Marrakesch kritisiert. Trotz ideologischer Differenzen mit anderen Gruppen innerhalb der Opposition vereine diese das Ziel, Assad zu stürzen.

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