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Syrien-Konflikt Israel feuert nach syrischem Beschuss zurück

 ·  Nach dem Granatbeschuss aus Syrien auf den Golanhöhen hat die israelische Armee zurückgeschossen und ihr Ziel auch getroffen. Auch im Grenzkonflikt mit der Türkei schoss die Syrische Luftwaffe erneut. Nun sagte die Nato der Türkei Unterstützung zu.

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Die israelische Armee hat auf den Golanhöhen eine mobile syrische Artilleriestellung beschossen. Nach Angaben aus Militärkreisen wurde sie getroffen. Zuvor war am Montag eine weitere syrische Granate in der Nähe eines israelischen Militärpostens eingeschlagen. Es habe weder Sachschaden noch Verletzte gegeben, teilte die israelische Armee mit. Israelische Soldaten hätten daraufhin mehrere Panzergranaten in die Richtung abgefeuert, aus der die Granate gekommen war. Zudem beschwerte sich die israelische Armee bei der auf dem Golan stationierten UN-Truppe.

Am Sonntag hatte die israelische Armee nach syrischem Granatenbeschuss zum ersten Mal seit dem Jom Kippur-Krieg Richtung Syrien gefeuert. Es blieb unklar, welchen Schaden die israelische Rakete anrichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte daraufhin, Israel beobachte sehr genau die Ereignisse an seiner Grenze zu Syrien und sei auf alle Eventualitäten eingestellt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich nach dem Vorfall „zutiefst besorgt wegen des Potentials einer Eskalation“, wie ein Sprecher am Sonntag sagte. Ban forderte demnach alle Seiten „zur größtmöglichen Zurückhaltung“ auf.

Nato will Türkei beschützen

Auch an der türkisch-syrischen Grenze kam es abermals zu Beschuss. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat der Türkei daraufhin am Montag Unterstützung im Grenzkonflikt mit Syrien zugesagt, nachdem die syrische Luftwaffe die Ortschaft Ras al Ain nahe der syrischen Grenze bombardiert hatte. Durch die Explosion wurden Agenturberichten zufolge auch Häuser auf der türkischen Seite beschädigt. „Die Nato wird als Organisation das tun, was nötig ist, um unseren Verbündeten Türkei zu beschützen und zu verteidigen“, sagte Rasmussen in Prag. Die Türkei hatte vergangene Woche bekanntgegeben, die Nato um Patriot-Luftabwehrraketen angefragt zu haben, um ein Übergreifen des Syrien-Konflikts zu verhindern. Vier Menschen sollen bei dem Luftangriff getötet worden sein; Dutzende seien auf der Flucht in die Türkei. Ras al Ain ist einer von zwei türkisch-syrischen Grenzübergängen, der noch von Einheiten Präsident Baschar al Assads kontrolliert wird. Vier andere werden von syrischen Milizen kontrolliert, ein weiterer von kurdischen Aufständischen im Nordosten des Landes.

Die Kämpfe im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben sich in der vergangenen Woche verstärkt. Tausende Menschen sind seit Anfang November aus der lange von Aufständischen kontrollierten Gegend in die Türkei geflohen. Die Regierung Assads will offenbar verhindern, dass die Region ganz in die Hände der Opposition fällt, die darauf setzt, hier „befreite Gebiete“ und eine Flugverbotszone wie die Aufständischen in Libyen 2011 zu schaffen. Der am Wochenende bei einem Treffen der Opposition geschwächte Syrische Nationalrat (SNC) setzt zudem darauf, nahe der türkischen Grenze einen Nationalkongress abzuhalten, der wiederum eine Exilregierung bilden soll.

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