Im seit Monaten heftig umkämpften Aleppo greifen die Brände im historischen Basar nach Angaben der Rebellen auf andere Teile der Altstadt über. Von dort wurden am Montag Häuserkämpfe gemeldet. Die Aufständischen geben an, den Großteil der zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden Altstadt zu kontrollieren, während die Truppen des Assad-Regimes weiter die große mittelalterliche Zitadelle hielten.
Die regimetreue Zeitung „Al Watan“ meldete, mehr als 500 Geschäfte seien durch das Feuer zerstört worden, Dutzende historischer Fassaden und antiker Holztüren seien verbrannt. Aleppo ist ein strategisch wichtiges Wirtschaftszentrum im Norden Syriens. Beide Seiten hatten den Kampf um die Stadt zur Schicksalschlacht erklärt.
Auch aus anderen Landesteilen wurden am Montag Kämpfe gemeldet. In Damaskus begann das Regime nach Angaben von Bewohnern am frühen Montagmorgen eine neue Offensive. Bei einem Luftangriff der syrischen Streitkräfte auf eine Stadt in der Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze sollen nach Angaben von Aktivisten mindestens 21 Personen getötet worden sein, unter ihnen fünf Kinder.
Bericht über Streit in Teheran
Der Vertreter des UN-Sondergesandten in Damaskus berichtete von einer tiefen Spaltung im Lager der Rebellen und Oppositionellen. Es gebe „großes Misstrauen“, sagte Mokhtar Lamani der Nachrichtenagentur AP. Aus der syrischen Opposition ist derzeit von - auch ausländischen - Bestrebungen zu hören, die bewaffnete Opposition in Syrien zu einen und in neue Kommandostrukturen zu integrieren.
Die britische Zeitung „Times“ meldete am Montag, es gebe Uneinigkeit in der iranischen Führung, weil das immense Engagement des Teheraner Regimes in Syrien dem Assad-Regime bislang nicht zum Sieg verholfen habe. Die Zeitung berief sich dabei auf westliche Geheimdienstberichte und weitere Quellen. Demnach soll Qassem Suleimani, verantwortlich für die in die Quds-Brigaden, eine Spezialeinheit der Revolutionsgarden, Revolutionsführer Chamenei Ende vergangenen Jahres versichert haben, das Blatt werde sich in Syrien mit iranischer Hilfe zugunsten des Machthabers wenden und der Aufstand werde niedergeschlagen. Stattdessen dauerte der blutige Bürgerkrieg in Syrien an. Mehrere ranghohe Vertreter der Teheraner Führung hätten Zweifel an der derzeitigen Syrien Strategie und fürchteten, dass es auch in Iran zu Unruhen kommen könnte, sollten die Milliarden-Dollar-Beträge bekannt werden, mit denen das unter Wirtschaftssanktionen leidende Land Baschar al Assad unterstützt habe, hieß es.