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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Syrien Eskalation zwischen Demonstranten und Regime

 ·  Die Lage in Syrien spitzt sich zu: Zentrum der Proteste gegen die Regierung ist die Stadt Daraa südlich von Damaskus. Spezialkräfte sollen auf Menschen in einer Moschee geschossen haben, mindestens sechs Demonstranten wurden getötet. Auch in der Stadt Aleppo kam es zu Zusammenstößen.

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Syrische Sicherheitskräfte haben am frühen Mittwoch in der Stadt Daraa die Moschee al Omari gestürmt und dabei sechs Menschen getötet. Am Abend zuvor hatten sie das Zentrum der Demonstranten umzingelt, von dem aus sie seit dem vergangenen Freitag ihre Kundgebungen leiten. Die Einheiten gingen gegen 300 regierungskritische Demonstranten vor, die sich in der Moschee und um sich versammelt hatten.

Ins Internet gestellte Videos zeigen, wie die Sicherheitskräfte mit Tränengas vorgingen, auch sind auf ihnen Gewehrschüsse zu hören. Unter den Toten befand sich ein prominenter Arzt der Stadt, Ali Ghassab al Mahamid, der den Verletzten hatte helfen wollen. Augenzeugen berichten von mehr als 20 Verletzten und wie Mahamid von Heckenschützen getötet wurde. Die Sicherheitskräfte hätten verhindert, dass Krankenwagen zur Moschee vordringen konnten. Damit wurden seit Freitag in Daraa mindestens 12 Menschen getötet.

Zusammenstöße auch in Aleppo

Vor dem Beginn der Operation wurde in der Nacht die Elektrizität abgeschaltet. Die Einwohner von Daraa können über das Mobilfunknetz des nahe gelegenen Jordaniens mit der Außenwelt kommunizieren. Die staatlichen syrischen Medien berichteten jedoch lediglich, Sicherheitskräfte seien gegen eine „bewaffnete Bande“ vorgegangen. Diese Bande habe auch einen Krankenwagen angegriffen und den Arzt getötet. Darauf seien die Sicherheitskräfte eingeschritten und hätten mehrere Angreifer festgenommen. Sie zeigten auch Standbilder von einem angeblichen Waffenlager in der Moschee. Die Demonstranten fordern politische Freiheiten und das Ende der Korruption.

Die staatlichen Medien behaupteten, die Demonstranten seien israelische Agenten. Die Proteste in Daraa sind die bislang größte Herausforderung für Präsidenten Bashar al Assad, der sein Amt vor elf Jahren von seinem Vater Hafez al Assad übernommen hatte. Die Proteste in der seit Jahren von einer Dürre betroffenen Agrarstadt Daraa sind bisher lediglich auf einige benachbarte Gemeinden übergesprungen, nicht aber auf große Städte.

In der nordsyrischen Stadt Aleppo soll es indessen am Mittwoch erstmals zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen sei. In Syrien herrscht seit 1963 Ausnahmezustand. In Damaskus wurde unterdessen mit Luai Hussein ein weiterer Menschenrechtsaktivist verhaftet.

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