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Syrien-Einsatz : Tage der Entscheidung

Weil er weiß, was für die Vereinigten Staaten und für ihn selbst politisch auf dem Spiel steht, zieht der amerikanische Präsident Obama alle Register politischer Überzeugungskunst.

          In den kommenden Tagen entscheide sich die Zukunft des Präsidenten Obama, sagen die Auguren und die gewerbsmäßig zur Dramatisierung Neigenden voraus. Tatsächlich kämpfen der Präsident und seine Leute einen harten Mehrfrontenkrieg, den zu führen sie schon bereuen mögen und dessen Eskalation sie vielleicht noch zu vermeiden hoffen.

          Aus ihrer Lage wird sie jedoch niemand herausholen, am wenigsten der Diktator in Damaskus. Sollte der Kongress die Absicht Obamas ablehnen, Einrichtungen des syrischen Regimes als Reaktion auf den mutmaßlichen syrischen Giftgaseinsatz anzugreifen, stünden der Präsident und die Kongressführung auf beispiellose Weise blamiert da - im Lande und auf der Weltbühne.

          Weil er natürlich weiß, was für die Vereinigten Staaten und für ihn selbst politisch auf dem Spiel steht, zieht Obama alle Register politischer Überzeugungskunst. Die Härte, zu der er dabei fähig ist, haben soeben auch die europäischen Partner erlebt. Wer hätte gedacht, dass eine rote Linie am Ende über Obamas Präsidentschaft entscheidet? Sie ist jedenfalls seine ultimative Bewährungsprobe.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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