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Syrien : Dutzende Tote bei Luftangriff auf Tankstelle nahe Damaskus

  • Aktualisiert am

Bei einem Luftangriff syrischer Truppen sollen Dutzende Menschen ums Leben gekommen sein. Bild: reuters

In der Nähe von Damaskus sollen bei einem Luftangriff mindestens 50 Menschen getötet worden sein. Die UN gab derweil die Zahl der Toten des Syrien-Krieges mit mindestens 60.000 an.

          Bei einem Luftangriff auf eine Tankstelle nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Mittwoch nach Angaben von Aktivisten dutzende Menschen getötet worden. Das teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die sich auf ein Netzwerk von Aktivisten und Ärzten vor Ort stützt. Genaue Angaben zur Totenzahl wurden zunächst nicht gemacht.

          Das Netzwerk der Örtlichen Koordinationskomitees teilte mit, es sei von mindestens 50 Toten auszugehen. Die Zahl könne aber weiter steigen, da noch Opfer unter den Trümmern seien. Kurz zuvor hatten die UN mitgeteilt, dass in dem seit März 2011 anhaltenden Konflikt in Syrien rund 60.000 Menschen getötet wurden.  Die Zahl der Toten sei deutlich höher als angenommen und „wirklich schockierend“, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

          Zwischen dem 15. März 2011 und dem 30. November 2012 hätten die vom UN-Menschenrechtsrat beauftragten Ermittler aus sieben verschiedenen Quellen eine Liste mit 59 648 Menschen zusammengestellt, die durch den Krieg umgekommen seien. „Da die Kämpfe seit Ende November nicht nachgelassen haben, können wir davon ausgehen, dass die Zahl der Opfer noch viel höher ist“, sagte Pillay. „Das ist schockierend“, fügte sie hinzu.

          Syrische Rebellen griffen unterdessen den Militärflughafen Taftanas in Idlib an - eine der letzten Bastionen der Regierungstruppen in der Provinz. Aktivisten in Idlib berichteten, während der Kämpfe in der Nähe des Flughafens seien mehrere Soldaten am Mittwoch mit einem Panzer zu den Rebellen übergelaufen. Nach Angaben der Regimegegner war an den Kämpfen, bei denen vier Rebellen starben, auch die radikal-islamische Al-Nusra-Front beteiligt.

          Ein Rebellensprecher sagte dem Nachrichtensender Al Arabija, die Truppen von Präsident Baschar al Assad hätten den Flughafen zuletzt vor allem benutzt, um Helikopter mit Fässern voller Sprengstoff zu bestücken. Diese Fässer waren in den vergangenen Monaten von der Armee wie Bomben über mutmaßlichen Rebellenstützpunkten abgeworfen worden. Die Provinz Idlib grenzt an die Türkei.

          General setzt sich ab

          Nach Jordanien setzten sich derweil ein General und sieben weitere Offiziere ab. Fahnenflucht wird in Syrien mit dem Tod geahndet.

          Am Mittwoch zählten die Regimegegner fünf Tote. Am Dienstag waren nach Informationen der in London ansässigen Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 110 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 31 Angehörige der Regierungstruppen.

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