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Syrien Der Westen erwartet Assads Ende

 ·  Die Nato und die Vereinigten Staaten geben der syrischen Regierung keine lange Überlebenszeit mehr. Ähnlich lautende Aussagen eines russischen Spitzendiplomaten vom Vortag wurden aus Moskau indes dementiert.

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Angesichts der Rückschläge der Regierungstruppen in Syrien geht der Westen zunehmend von einem baldigen Zusammenbruch des Regimes von Präsident Baschar al Assad aus. „Ich denke, dass sich das Regime in Damaskus dem Kollaps nähert“, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag in Brüssel. „Ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit.“

Auch die Vereinigten Staaten erwarten ein baldiges Ende des syrischen Herrschers. „Wir glauben, dass die Tage von Assads Regime gezählt sind“, sagte Victoria Nuland, Sprecherin im amerikanischen Außenministerium. Zwar könne niemand die Zukunft voraussehen. Aber die Opposition habe in letzter Zeit entscheidende Erfolge erzielt. Das Regime in Damaskus greife in letzter Verzweiflung immer mehr zur Gewalt gegen das eigene Volk.

Die russische Regierung, bislang ein enger Verbündeter Syrien, hat indessen angebliche Aussagen eines ihrer Spitzendiplomaten über einen möglicherweise bevorstehenden Sieg der Rebellen dementiert. Vizeaußenminister Michail Bogdanow habe in jüngster Zeit keine Stellungnahmen oder Interviews zu Syrien gegeben, teilte das russische Außenministerium mit. Er habe in einer Ansprache am Donnerstag lediglich die Position der syrischen Rebellen zitiert. Mehrere russische Nachrichtenagenturen hatten Bogdanow am Donnerstag mit den Worten zitiert, Assad verliere die Kontrolle über sein Land, und die Rebellen in Syrien könnten den Bürgerkrieg gewinnen. Die Aussagen hatten im Westen Hoffnung geweckt, Moskaus könnte bei seiner Syrien-Politik einlenken. 

Gerüchte über Raketeneineinsatz

Nato-Generalsekretär Rasmussen kritisierte den Einsatz von Raketen gegen die syrische Bevölkerung. „Die Raketen wurden innerhalb Syriens abgefeuert und landeten auch innerhalb Syriens.“ Es gebe „einige Informationen“, dass es sich um Scud-Raketen handele. „Der Einsatz dieser Waffen zeigt eine völlige Missachtung des Lebens syrischer Bürger.“ Damaskus dementierte den Einsatz von Scud-Raketen.

Unterdessen wächst in Syrien die Kritik an der Entscheidung Washingtons, die Al-Nusra-Front zur Terrororganisation zu erklären. An diesem Freitag wollen die Revolutionsaktivisten unter dem Motto „Es gibt keinen Terror in Syrien außer dem Terror von Assad“ demonstrieren. Zuvor hatte sich bereits ein Mitglied der syrischen Muslimbruderschaft negativ über diese Entscheidung der Vereinigten Staaten geäußert.

Die islamistische Al-Nusra-Front kämpft gegen das Assad-Regime, zum Teil Seite an Seite mit anderen Rebellenbrigaden. Die Gruppe hat zudem zahlreiche Sprengstoff- und Selbstmordanschläge auf Soldaten und staatliche Einrichtungen verübt. Der Al-Nusra-Front gehören auch Kämpfer aus anderen islamischen Ländern an.

Zahlreiche Tote in Damaskus

Durch die Detonation einer Autobombe in Katana, einem Vorort von Damaskus, starben laut Berichten von Anwohnern 16 Menschen, 20 wurden verletzt. Die Attacke soll sich gegen eine Offizierssiedlung gerichtet haben. Ein Augenzeuge berichtete, in der Innenstadt sei das Ministerium für Soziales und Arbeit evakuiert worden. Experten hätten eine Autobombe in der Nähe des Gebäudes entschärft.

Die Syrische Soziale Nationale Partei (SSNP) teilte mit, der Parlamentarier Abdullah Kairus, ein Mitglied ihres Politbüros, sei bei dem Anschlag auf das Innenministerium am Vortag ums Leben gekommen. Hinter dem Gebäude waren nach Angaben regierungsnaher Medien zwei Sprengsätze detoniert. Nach inoffiziellen Angaben starben insgesamt neun Menschen.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, landesweit habe es am Donnerstag 50 Todesopfer gegeben, darunter acht Angehörige der Regierungstruppen. Diese seien bei Gefechten in Aleppo getötet worden.

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