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Syrien : Das große Zaudern

Es ist nur allzumenschlich, jetzt zu verlangen, jemand müsse etwas gegen das Morden in Syrien unternehmen. Aber wer?

          In Syrien tobt ein furchtbarer Krieg, vor dem Millionen Menschen fliehen. Sollte das Assad-Regime tatsächlich Giftgas eingesetzt haben, wäre das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und so ist es nur allzumenschlich, jetzt zu verlangen, jemand müsse etwas gegen das Morden unternehmen, also eingreifen. Aber wer? Die Vereinigen Staaten sind interventionsmüde; elastisch ist die „rote Linie“, die der zaudernde Präsident Obama gezogen hat.

          Die Europäer? Das kann man sich kaum vorstellen, mag auch Frankreichs erregter Außenminister mit einer Reaktion der Stärke drohen. Paris und London wollten noch im Frühjahr Waffen an die Rebellen liefern, aber von diesem Enthusiasmus ist nicht viel geblieben.

          Man kann die Spaltung des UN-Sicherheitsrats beklagen und die Protektion, die Moskau Assad gewährt. Aber so ist es nun mal. Sollte eine äußere Macht direkt eingreifen, dann letztlich doch Amerika - wenn es seine Interessen von dem Geschehen in Syrien, insbesondere vom Einsatz von Massenvernichtungswaffen, bedroht sieht. Immerhin hat das Land sich einmal für weltpolitisch unentbehrlich gehalten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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          Quelle: F.A.Z.

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