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Syrien Bericht: Assads Protokollchef zu Rebellen übergelaufen

 ·  Nach Angaben arabischer Medien ist der Protokollchef des syrischen Präsidenten Assad zu den Rebellen übergelaufen. Auf Einladung der iranischen Führung beraten derweil mehrere Staaten in Teheran über die Lage in Syrien.

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Syrische Regierungstruppen und Aufständische haben sich am Donnerstag abermals heftige Kämpfe um die nördliche Metropole Aleppo geliefert. Nach einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al Dschazira zogen sich die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) am Vormittag aus Teilen des strategisch wichtigen Stadtviertels Salaheddin zurück.

Die Regimetruppen hatten am Vortag einen neuen Anlauf gestartet, um die Aufständischen aus der seit fast drei Wochen umkämpften Millionenstadt zu verdrängen. Dabei setzten sie auch schwere Artillerie und Kampfflugzeuge ein. Beide Konfliktparteien wie Beobachter sehen im Ausgang der Schlacht um Aleppo eine Vorentscheidung in Hinblick auf das Schicksal des Regimes von Baschar al Assad.

Nach arabischen Medienberichten lief unterdessen Assads Protokollchef Moheddin Muslimani zu den Aufständischen über. Der Spitzenbeamte befinde sich noch auf syrischem Boden und werde seine Abwendung vom Regime demnächst in einer Videobotschaft bekanntgeben, zitierte der Fernsehsender Al Arabija einen Kommandeur der Rebellenarmee FSA, der bei der Flucht Muslimanis aus Damaskus geholfen haben soll. Erst vor drei Tagen hatte sich der syrische Ministerpräsident Riad Hidschab ins Ausland abgesetzt. Als seinen Nachfolger ernannte Assad laut Angaben des syrischen Fernsehens am Donnerstag den bisherigen Gesundheitsminister Wael al Halki. Bis zur Ernennung al Halkis war der bisherige Vizeministerpräsident Omar Galawandschi übergangsweise mit den Regierungsgeschäften betraut worden.

Außenminister beraten in Teheran über Lage in Syrien

Auf Einladung der iranischen Führung beraten mehrere Staaten am Donnerstag in Teheran über die Lage in Syrien. Unklar war zunächst, wer genau an der Konferenz teilnimmt, die am Abend beginnen soll. Eingeladen sind Außenminister von Staaten, die nach Einschätzung des Iran eine „realistische Einstellung“ zur Krise in Syrien haben. Gemeint sind Länder, die den von Rebellen bedrängten syrischen Präsidenten Assad weiter an der Macht sehen wollen und das Ziel verfolgen, den Bürgerkrieg mit friedlichen Mitteln ohne ausländische Einmischung zu beenden.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete das Treffen in Teheran als neue Chance für Frieden in Syrien. Von den politischen Protagonisten in der Syrien-Krise hat bis jetzt nur Russland zugesagt und schickt seinen Botschafter in Teheran. Arabische Diplomaten in Teheran vermuten, dass das Treffen auf Wunsch Assads nach seinen Gesprächen am Dienstag mit Said Dschalili, dem Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, beschlossen wurde. Ziel sei ein pro-syrisches Treffen vor dem Gipfel der islamischen Staaten in Saudi-Arabien. Teheran und Damaskus sind enge Verbündete und befürchten, dass die Mehrheit der islamischen Staaten sich in der kommenden Woche in Mekka auf die Seite Saudi-Arabiens und der Türkei und damit gegen Assad stellen werden.

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