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Syrien Aleppo mit Kampfflugzeugen angegriffen

 ·  In der syrischen Metropole Aleppo werden die Kämpfe mit unverminderter Härte fortgesetzt. Machthaber Assad wandte sich unterdessen schriftlich an seine Soldaten.

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© dpa Patrouille von Aufständischen am Mittwoch in Aleppo

Die syrische Armee setzt bei den Kämpfen um die Wirtschaftsmetropole Aleppo auch Jagdbomber ein. UN-Beobachter hätten am Dienstag gesehen, dass ein Kampfflieger auf die zweitgrößte syrische Stadt geschossen habe, teilte am Mittwoch die Sprecherin der UN-Beobachtermission in Syrien, Sausan Ghosheh mit. Auch in der Hauptstadt Damaskus gab es Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen.

Syrische Regimetruppen griffen am Mittwoch in Aleppo den südwestlichen Bezirk Salaheddin an, wurden aber von den Aufständischen nach eigenen Angaben zurückgeschlagen.

Die Aufständischen kämpften sich in Aleppo nach eigenen Angaben in Richtung Stadtzentrum voran. „Wir schieben nun die Front in Richtung Stadtzentrum vor“, sagte ein örtlicher Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA,) der Nachrichtenagentur dpa. Nach dessen Darstellung attackierten die Kämpfer weitere zentrale Einrichtungen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad, darunter das Militärkrankenhaus und das Hauptquartier der herrschenden Baath-Partei.

Mindestens 70 Personen starben nach Angaben von Aktivisten binnen weniger Stunden. Etwa 40 Polizisten sollen nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter in Aleppo getötet worden sein, als Hunderte Rebellen in mehrstündigem Kampf zwei Polizeistationen in den Vierteln Salihin und Bab al-Nairab eroberten.

Amnesty International: Routinemäßige Folter

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete den Angriff der Regierungstruppen auf Aleppo unterdessen als Höhepunkt eines monatelangen brutalen Vorgehens gegen Andersdenkende. Das schreibt Amnesty in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, der auf Recherchen der Menschenrechtsorganisation von Ende Mai in Aleppo basiert.

Der Bericht dokumentiert nach Darstellung von Amnesty, wie Regierungstruppen und die regimetreue Schabiha-Miliz Protestierende getötet und verletzt haben. Betroffen seien auch Unbeteiligte und Kinder gewesen, schrieb Amnesty. Verletzte seien gejagt worden. Folter sei routinemäßig eingesetzt worden. Auf Proteste habe die Staatssicherheit mit rücksichtslosem und brutalem Einsatz von Gewalt reagiert.

Assad: Kampf gegen Aufständische entscheidend

Unterdessen wandte sich der syrische Präsident Assad schriftlich an seine Soldaten: Der Kampf gegen die Aufständischen entscheide über das Schicksal des Landes, schrieb Assad. In seiner schriftlichen Erklärung pries er am Mittwoch die Kampfbereitschaft seiner Soldaten gegen die Aufständischen, die er als „kriminelle Terroristenbanden“ bezeichnete. „Das Schicksal unseres Volkes und unserer Nation - in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - hängt von dieser Schlacht ab“, erklärte Assad.

Der Präsident hatte sich seit zwei Wochen nicht mehr öffentlich geäußert,  seit bei einem Anschlag in der Hauptstadt Damaskus führende Sicherheitskräfte getötet worden waren.

Konkurrierende Exilregierung in Kairo?

Der syrische Dissident und Menschenrechtsanwalt Haitham al Maleh
erklärte unterdessen, ein neues Oppositionsbündnis habe ihn mit der
Bildung einer syrischen Exil-Regierung mit Sitz in Kairo beauftragt.
Er werde „mit allen Kräften der Opposition sprechen“, sagte al Maleh in der ägyptischen Hauptstadt. Der 70 Jahre alte ehemalige Richter ist ein langjähriger Kritiker des Assad-Regimes. Aus politischen Gründen saß er mehrfach im Gefängnis. Zuvor hatte bereits der oppositionelle Syrische Nationalrat Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung im Exil angekündigt.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan warnte derweil die
Kurden davor, in Syrien einen autonomen Staat anzustreben. Ein
Eingreifen türkischer Streitkräfte schloss er nicht aus, sollte sich
die Entwicklung im Nachbarland gegen nationale Interessen richten. In
Syrien erlangen die jahrzehntelang unterdrückten Kurden derzeit
ungeahnte Freiheiten, weil die Regierungstruppen unter dem Druck des
Aufstands aus dem Kurdengebiet in die Kampfzonen abziehen.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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