Home
http://www.faz.net/-gq9-6y5a1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Selbstmordanschlag in Daraa Homs wieder unter Beschuss

 ·  Die Gewalt in Syrien geht weiter. In Daraa sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Die Armee beschoss abermals Teile der Stadt Homs. Die Regierung hinderte einen Konvoi des Roten Kreuzes an der Fahrt nach Bab al Amr.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)
© dpa Ein aktuelles Satellitenbild zeigt das Ausmaß der Zerstörung in Bab al Amr

In der südsyrischen Stadt Daraa hat sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft gesprengt. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Explosion habe sich am Samstagmorgen in der Innenstadt ereignet. Dabei wurden nach Angaben des in London ansässigen Observatoriums für Menschenrechte mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Von Daraa breiteten sich die Proteste gegen Präsident Baschar al Assad vor knapp einem Jahr über das Land aus.

Syrische Soldaten beschossen unterdessen am Samstagmorgen abermals Teile der Stadt Homs. Die Örtlichen Koordinationskomitees erklärten, Granaten seien in den Stadtteilen Chaldijeh, Bab Sbaa und Chader eingeschlagen. Ein Arzt in Chaldijeh sagte, er habe schon zwölf Verletzte behandelt.

Das Rote Kreuz beklagte, die Regierung blockiere die Weiterfahrt eines Konvois, der dringend benötigte Nahrungsmittel, Medikamente und Decken für tausende Menschen im Bezirk Bab al Amr liefern wolle. Der Konvoi hatte Homs am Freitag erreicht. Das wochenlang umkämpfte Viertel Bab al Amr war am Donnerstag von Regierungstruppen eingenommen worden. Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, nannte es inakzeptabel, dass Menschen, die seit Wochen dringend Hilfe benötigten, diese immer noch nicht erhalten hätten.

Ban verurteilt Gewalt

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte unterdessen von der syrischen Regierung eine Einreiseerlaubnis für die Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Er sei „zutiefst enttäuscht“, dass Amos trotz wiederholter Zusicherungen des Regimes von Präsident Assad nicht habe nach Syrien reisen dürfen.

Ban forderte am späten Freitagabend vor der UN-Vollversammlung ein Ende der Gewalt und nannte die Bilder aus Syrien „grauenhaft“ und „unerträglich“. Die Behörden müssten die Hilfskräfte „ohne Vorbedingungen“ in die betroffenen Gebiete lassen, sagte er.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Gestutzte Flügel

Von Günther Nonnenmacher

Bisher ist kein in der Sache triftiger Grund zu sehen, warum die Union de Maizière fallen lassen sollte. Angesichts eigener Mitwirkung am Drohnenprojekt kann ihm auch die SPD keinen Fallstrick drehen. Mehr 11 18