http://www.faz.net/-gq5-7sx3v

Nordirak : Neue Angriffe der irakischen Armee auf Dschihadisten

  • Aktualisiert am

Ein irakischer Soldat westlich von Mossul Bild: AFP

Die irakische Armee hat eine Offensive gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ begonnen - scheiterte aber offenbar zunächst beim Vormarsch auf die Stadt Takrik. Die Vereinte Nationen starten unterdessen eine Hilfsaktion für 500.000 Flüchtlinge.

          Die irakische Armee hat am Dienstag eine Offensive gegen Stellungen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ in Takrit rund 150 Kilometer nördlich von Bagdad gestartet. In der am Tigris gelegenen Stadt griffen Regierungseinheiten nach Berichten des irakischen Fernsehens die Dschihadisten an. Zur Vertreibung der Kämpfer von Terroristenführer Abu Bakr al Bagdadi wurden nach Angaben von Sicherheitskräften auch Kampfhubschrauber und Artillerie eingesetzt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters scheiterte die Offensive am Dienstag zunächst. Offiziere aus der Einsatzzentrale der irakischen Armee sagten demnach, die Soldaten hätten nach heftigem Maschinengewehr- und Mörser-Beschuss ihren Vorstoß gestoppt. Zudem erschwerten Landminen und Heckenschützen das Vordringen der Truppen.

          Mehrere Versuche, die im Juni vom „Islamischen Staat“ besetzte Stadt zurückzuerobern, waren zuletzt gescheitert. Am Montag hatte es in Samarra südlich von Takrit Razzien von Spezialeinheiten der Armee in Häusern mutmaßlicher Sympathisanten der Dschihadisten gegeben, um Waffenverstecke auszuheben.

          Die Angriffe auf Takrit, die Geburtsstadt Saddam Husseins, erfolgten einen Tag nach der Rückeroberung des strategisch wichtigen Mossul-Staudamms im Nordirak. Unterstützt durch amerikanische Kampfflugzeuge hatten kurdische Einheiten dort die Kämpfer des „Islamischen Staats“ zurückgedrängt. Präsident Barack Obama lobte am Montag den kurdischen Vorstoß als wichtigen Schritt. „Es wird Zeit brauchen“, sagte Obama in Washington über die geplante Dauer des amerikanischen Engagements. „Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass das Militär der Vereinigten Staaten weiterhin die begrenzten Einsätze ausführen wird, die ich gebilligt habe.“ Der Präsident lobte den designierten irakischen Regierungschef Haidar al Abadi, der ihn, Obama, in einem Telefongespräch mit seiner „Vision für eine Einheitsregierung“ beeindruckt habe. Diese müsse jetzt aber auch in die Tat umgesetzt werden, denn „der Wolf steht schon vor der Tür“. Die Vereinten Nationen starten nach eigenen Angaben an diesem Mittwoch umfassende Hilfen für mehr als eine halbe Million Flüchtlinge im Irak.

          Quelle: F.A.Z./mrb

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Zweite Chance für die GroKo : Zwischen gestern und morgen

          Diese Woche traf sich der CDU-Bundesvorstand zur Besprechung der Wahlanalysen und zur Klärung der Frage, wie man der SPD begegnen solle. Es wurde deutlich: Für eine große Koalition gibt es noch allerhand Unwägbarkeiten.

          Heinz-Christian Strache : Mit anstößigen Sprüchen nach oben

          Seit 2005 führt er die rechte FPÖ, in der neuen österreichischen Regierung wird er Vizekanzler. In seiner Jugend verkehrte Strache mit Neonazis. Ein Porträt.
          Das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon (Archivaufnahme von 2008)

          Verteidigungsministerium : Das Pentagon forschte jahrelang nach UFOs

          Über Jahre wurden Millionen-Aufwendungen für das „Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft-und Weltraum“ im Verteidigungshaushalt versteckt. Doch auch nach Ablauf des Programms verfolgten Mitarbeiter Berichte über UFOs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.