http://www.faz.net/-gq5-7h4m0

Nato : Rasmussen: „Sehe keine Rolle in Syrien“

  • Aktualisiert am

Zurückhaltend: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag in Brüssel Bild: AP

Der Generalsekretär der Nato, Rasmussen, ist von der Verantwortung des syrischen Regimes für den Giftgaseinsatz bei Damaskus überzeugt. Eine Reaktion der Nato sehe er jedoch nicht. „Darüber wird in den Hauptstädten entschieden.“

          Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht im Konflikt in Syrien „keine weitere Rolle der Nato“. Er halte aber eine „entschlossene internationale Antwort“ auf den Einsatz von Chemiewaffen für notwendig, sagte Rasmussen am Montag in Brüssel. „Es wäre ein sehr gefährliches Signal an alle Diktatoren dieser Welt, wenn wir tatenlos zusähen und nicht reagierten“, sagte Rasmussen weiter. Über die Reaktion werde jedoch „in den Hauptstädten einzelner Länder“ entschieden, nicht bei der Nato. Er habe „konkrete Informationen“ über den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien erhalten. „Und ich bin überzeugt, dass das syrische Regime verantwortlich ist.“

          Die russische Regierung dagegen hatte am Vormittag insistiert, sie sei ist weiterhin nicht überzeugt von den Vorwürfen westlicher Staaten zum Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. „Was uns zuvor und kürzlich von unseren amerikanischen Partnern sowie den Briten und Franzosen gezeigt wurde, überzeugt uns absolut nicht“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag in einem Universitätsvortrag in Moskau. Es blieben weiterhin „viele Zweifel“ an den Berichten und Videos im Internet zu den mutmaßlichen Chemiewaffenangriffen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus.

          Moskau bleibt skeptisch

          Lawrow fuhr fort: „Washington hat uns Material übergeben, das aber nichts Konkretes dazu enthielt, wo die Proben von wem entnommen wurden“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau. „Als wir nach Details fragten, sagten unsere amerikanischen Partner, dass diese geheim seien“, meinte Lawrow der Agentur Interfax nach. „So ist keine Zusammenarbeit möglich.“

          Kritisiert Zusammenarbeit mit Amerika: Der russische Außenminister Sergej Lawrow will konkretere Beweise sehen.
          Kritisiert Zusammenarbeit mit Amerika: Der russische Außenminister Sergej Lawrow will konkretere Beweise sehen. : Bild: AFP

          Auch der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow forderte konkrete Beweise von Amerika. „Das von Außenminister John Kerry erwähnte Nervengift Sarin konnte auch von den Rebellen angewendet werden“, teilte der Chef des Auswärtigen Duma-Ausschusses mit.

          Russland schickt weiteres Kriegsschiff

          Aus dem Hafen der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol lief unterdessen ein weiteres Kriegsschiff ins östliche Mittelmeer aus. Das Aufklärungsschiff soll sich vor der Küste zum Schutz der russischen Marinebasis in der syrischen Hafenstadt Tartus bereithalten, sagte ein Mitarbeiter der Kriegsmarine. Russland hatte bereits vergangene Woche Kriegsschiffe verlegt, aber betont, sich an möglichen Kampfhandlungen in Syrien nicht beteiligen zu wollen.

          Nach Angaben der syrischen Opposition waren am 21. August beim Einsatz von Giftgas in der Region Ost-Ghuta am Rande von Damaskus mehr als 1300 Menschen getötet. worden. Aufständische und Regierung weisen einander gegenseitig die Verantwortung für die Angriffe zu. Eine Gruppe von UN-Inspekteuren sammelte vergangene Woche Informationen zu den Angriffen, die nun rasch ausgewertet werden sollen. Die Regierungen in Washington, London und Paris geben sich überzeugt, dass Machthaber Baschar al Assad die Schuld für die Angriffe trägt.

          Topmeldungen

          SPD-Spitze auf Parteitag : Ein Problem namens Schulz

          Die SPD wird mit der Union über eine große Koalition verhandeln – doch nach dem Auftritt des Parteichefs klatschen die Delegierten nur 60 Sekunden. Von Andrea Nahles dagegen sind sie begeistert. Sie hält die Rede, die Schulz hätte halten müssen.

          Türkeis Offensive in Syrien : Der vergiftete Olivenzweig

          Die Türkei hat ihren zweiten Feldzug im Norden Syriens begonnen. Doch diesmal geht es nicht gegen den Islamischen Staat. Die neuen alten Gegner sind die Kurden. Das hat auch Auswirkungen auf die Beziehungen zu Russland.

          Handball-EM : Das große Dilemma der Deutschen

          Die Handballer zeigen gegen Dänemark die beste Leistung im Turnier. Trotzdem gibt es die erste Niederlage bei der EM. Der Einzug ins Halbfinale ist für die Deutschen nun in weiter Ferne.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.