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Nahost Türkei und Israel wollen Beziehungen verbessern

 ·  Zwischen der Türkei und Israel hat es ein Treffen ranghoher Gesandter gegeben. Ziel ist eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen. Eine Hamas-Fatwa bezeichnete derweil einen Verstoß gegen Waffenruhe in Gaza als Sünde.

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© dpa Vor dem Wiederaufbau: Palästinenser in Gaza nach dem Krieg

Die Türkei und Israel sprechen über eine Verbesserung der im Streit um die Palästinenser-Politik auf Eis gelegten Beziehungen. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bestätigte am Sonntag, dass es dazu ein Treffen ranghoher Gesandter beider Staaten gegeben habe, wie türkische Medien berichteten. Ziel ist eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen. Der Vorschlag für das Gespräch sei von Israel ausgegangen, sagte er.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das Vorgehen Israels im Gazastreifen in den vergangenen Jahren immer wieder scharf kritisiert und die einst guten Beziehungen der Türkei zu Israel weitgehend eingeschränkt. Er warf der israelischen Regierung zuletzt Staatsterrorismus und ethnische Vertreibungen vor.

Tiefpunkt der Beziehungen beider Staaten war ein israelischer Militäreinsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte vor zweieinhalb Jahren, bei dem mehrere Türken getötet worden waren. Ankara verlangt weiterhin eine Entschuldigung und Entschädigungszahlungen an die Familien der Getöteten.

Hamas-Fatwa bezeichnet Verstoß gegen Waffenruhe als Sünde

Die im Gazastreifen herrschende Hamas meint es derweil offenbar ernst mit der Waffenruhe mit Israel: Ein ranghoher religiöser Repräsentant der Organisation verhängte ein islamisches Rechtsgutachten, mit der Verstöße gegen die von Ägypten vermittelte Vereinbarung als Sünde eingestuft werden. Das von der Hamas kontrollierte Religionsministerium veröffentlichte am Samstag eine entsprechende Entscheidung von Suleiman al-Daja, dem Leiter der Fatwa-Abteilung in der Behörde.

„Die Wahrung der Waffenruhe, die von unseren ägyptischen Brüdern vermittelt wurde, ist die Pflicht eines jeden Einzelnen von uns“, hieß es unter anderem in der Fatwa. Verstöße seien eine Sünde. Frühere Waffenruhe-Vereinbarungen zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas sind häufiger von militanten Splittergruppen gebrochen worden.

Schon am Freitag waren Hamas-Polizisten nach einem tödlichen Zwischenfall an der Grenze zu Israel im Einsatz, um weitere Gewalt zu unterbinden. Nach acht Tagen blutiger Gewalt hatten beide Seiten am Mittwochabend einer Feuerpause zugestimmt. Nach Angaben der Hamas ist Israel auch zu einer ersten Lockerung der Blockade bereit - palästinensische Fischer dürften künftig wieder bis zu sechs Seemeilen (gut elf Kilometer) aufs Meer hinaus fahren, etwa doppelt so weit wie bisher.

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Von Berthold Kohler

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