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Mursi-Anhänger Wieder Tote bei Protesten in Ägypten

In Ägypten dauern die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi und Sicherheitskräften an. Bei den Protesten kamen in der Nacht zum Dienstag abermals mehrere Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt.

© REUTERS, reuters Vergrößern Krawalle bei Protesten in Ägypten

Die Stimmung in Ägypten bleibt aufgeheizt. Bei Protesten von Tausenden Anhängern des gestürzten ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi wurden in der Nacht zum Dienstag in Kairo nach ersten Angaben sieben Menschen getötet und beinahe 300 verletzt. Am Montagabend hatten die Sicherheitskräfte Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten eingesetzt, die eine wichtige Nilbrücke blockierten und Steine auf vorrückende Polizisten warfen.

Die Auseinandersetzungen dauerten auch nach Mitternacht weiter an, berichteten die Zeitung „Al-Ahram“ online und der arabische Nachrichtensender Al Dschazira. Am frühen Dienstagmorgen wurde die Brücke geräumt und wieder für den Verkehr geöffnet. In Kairo waren noch Tausende Mursi-Anhänger auf der Straße. Auch aus anderen Städten Ägyptens wurden Pro-Mursi-Demonstrationen gemeldet.

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Die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbruderschaft, aus der Mursi stammt, gab an, Dutzende seien verletzt worden, als Tränengas- und Gummigeschosse auf friedliche Protestierende auf dem Ramses-Platz in Kairo abgefeuert worden seien. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al Dschazira gab es Dutzende Festnahmen. Die Demonstranten wollen ihre Proteste so lange fortsetzen, bis der gestürzte Präsident freigelassen wird und wieder im Amt ist.

Bei einem Besuch in Kairo rief der stellvertretende amerikanische Außenminister William Burns die Akteure in dem tief gespaltenen Land zu Dialog und Gewaltverzicht auf. Der Spitzendiplomat ist der erste hochrangige amerikanische und auch westliche Regierungsvertreter, der das Land nach dem Umsturz vom 3. Juli besucht.

Presidential handover aftermath © dpa Vergrößern Tausende protestierten am Montagabend in Kairo

„Wir werden nicht versuchen, irgendein Modell aufzuzwingen“, erklärte Burns nach seinen ersten Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt. Washington lege aber Wert auf „gewisse demokratische Prinzipien“.

Der amerikanische Nahost-Diplomat will bis Dienstag in der Nil-Metropole bleiben. Die Vereinigten Staaten verlangen - wie Deutschland - die Freilassung Mursis. Dieser wird seit seiner Entmachtung vom Militär an einem unbekannten Ort und ohne formelle Anklage festgehalten.

Die Vereinigten Staaten unterstützen Ägypten mit jährlichen Hilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Davon sind 1,3 Milliarden Dollar für das Militär bestimmt. Diese Zahlungen müssten nach amerikanischer Rechtslage eingestellt werden, falls Washington den Umsturz als Militärputsch einstuft.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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