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Meerenge von Hormus Iran testet Mittelstreckenrakete

 ·  Iran hat nahe der Straße von Hormus eine selbst entwickelte Boden-Luft-Rakete getestet. In den nächsten Tagen soll auch eine Langstreckenrakete getestet werden, die Israel erreichen könnte.

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Iran hat nahe der Meerenge von Hormus erstmals eine selbst entwickelte Boden-Luft-Rakete für mittlere Strecken getestet. Die Raketen seien mit der neuesten Technologie ausgestattet und würden gegen Systeme eingesetzt, die die Raketennavigation stören sollten, sagte der stellvertretende Marinekommandant Mahmud Moussawi. Der Test sei erfolgreich verlaufen. Iran hat jedoch Berichte dementiert, dass man bei dem auf zehn Tage angesetzten Großmanöver zur See „Velayati 90“ bereits Langstreckenraketen getestet habe. Das sei aber für die kommenden Tage geplant, sagte Moussawi.

Am Samstag war die Meerenge fünf Stunden für den zivilen Schiffsverkehr gesperrt. Die erstmals 2009 getestete ballistische Langstreckenrakete Shahab-3 kann Israel erreichen. Der Kommandeur der Marine, Habibollah Sayari, sagte, Iran müsse nicht die Meerenge von Hormus schließen, weil es ja auch das Meer vor Oman kontrolliere. Durch die Meerenge werden jeden Tag 16 Millionen Barrel Erdöl befördert. Der Ölpreis werde sich auf über 200 Dollar je Barrel verdoppeln, sollte der Westen gegen Iran ein Ölembargo verhängen, sagte Ölminister Rostam Qassemi der Zeitschrift „Aseman“.

Scharfe Sanktionsmaßnahme der Vereinigten Staaten

Der amerikanische Präsident Barack Obama unterzeichnete am Samstag ein Gesetz, das Geschäfte internationaler Finanzinstitute mit Irans Zentralbank unter Strafe stellt. Das Gesetz soll Irans Möglichkeiten einschränken, Öl zu verkaufen, ohne aber den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Es ist die bisher schärfste Sanktionsmaßnahme gegen Iran. Innerhalb von 60 Tagen soll es wirken. Washington müsste dann auch gegen Russland und China Maßnahmen ergreifen. Der Vorsitzende von Irans Handelskammer, Mohammad Nahavandian, verurteilte das neue Gesetz als „nicht gerechtfertigt“ und stellte „entsprechende Reaktionen“ in Aussicht.

Das Pentagon gab am Wochenende bekannt, dass der amerikanische Rüstungshersteller Lockheed Martin neu entwickelte Abfangraketen des Typs THAAD an die Vereinigten Arabischen Emirate - und damit erstmals ins Ausland - liefere. Der Wert des Auftrags liegt bei 3,5 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten werden an die Emirate zwei Werferbatterien mit 96 Raketen und Radaranlagen verkaufen. Die Abfangraketen sind für das Abfangen ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen konzipiert.Vorige Woche hatte Washington bekanntgegeben, 84 Kampfflugzeuge des Typs F-15 im Wert von 30 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien zu liefern.

Iran gab derweil bekannt, den ersten aus eigenen Uranerz-Vorkommen hergestellten Atombrennstab getestet zu haben. Wissenschaftler hätten den Brennstab in den Kern eines Forschungsreaktors in Teheran eingeführt, um seine Tauglichkeit zu prüfen, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Sonntag mit. Der Teheraner Reaktor dient offiziell medizinischen Zwecken.

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