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Luftangriffe in Syrien Israelische Militäraktion löst Besorgnis aus

Israels Regierung hüllt sich zu Berichten über Luftangriffe in Syrien in Schweigen. Ziel soll ein Transport von Luftabwehrraketen für die libanesische Hizbullah gewesen sein. Die Arabische Liga verurteilt die israelische Attacke, Russland äußert „tiefe Besorgnis“.

© dpa Vergrößern Israelisches Kampfflugzeug F-16 (Archivbild): Auffällig viele Starts auf den israelischen Luftwaffenstützpunkten in den vergangenen Tagen.

Die israelische Regierung hüllt sich nach Berichten über zwei Luftangriffe in Syrien in Schweigen. Das ist nicht ungewöhnlich. Auch bei Militär- und Geheimdienstaktionen in der Vergangenheit folgte nie eine offizielle Bestätigung. Am Mittwochabend hatte das staatliche Fernsehen in Syrien berichtet, dass israelische Kampfflugzeuge ein militärisches Forschungszentrum der Armee bei Damaskus angegriffen hätten. Dabei seien zwei Arbeiter getötet worden.

Israelische Kampfflugzeuge haben nach Angaben des syrischen Militärs ein militärisches Forschungszentrum in der Provinz Damaskus angegriffen. Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters, Reuters Vergrößern Syrisches Staatsfernsehen bestätigt israelischen Luftangriff

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Westliche Nachrichtenagenturen hatten dagegen zuvor von einem Luftangriff auf einen mutmaßlichen Waffenkonvoi in der Nähe der libanesischen Grenze berichtet. Die Zeitung „New York Times“ zitierte einen ungenannten amerikanischen Regierungsmitarbeiter, der berichtete, Israel habe Washington über diese Aktion informiert.

„Brutaler Akt auf syrischem Territorium“

Weltweit wuchs am Donnerstag die Sorge, dass der Bürgerkrieg in Syrien auch die Nachbarländer erfassen könnte. So verurteilten die Arabische Liga sowie die russische Regierung den aus Damaskus gemeldeten Angriff ungewöhnlich schnell. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al Arabi, erklärte mit diesem „brutalen Akt auf syrischem Territorium“ missachte Israel abermals die Souveränität eines arabischen Staates. Dies sei ein klarer Verstoß gegen internationales Recht. Die internationale Staatengemeinschaft forderte er auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und für ein Ende der israelischen Angriffe auf arabische Länder zu sorgen.

Russland reagierte mit „tiefer Besorgnis“ auf die jüngsten Meldungen.  „Wenn die Informationen bestätigt werden, wäre dies ein grober Verstoß gegen die UN-Charta“, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der Beschuss von Zielen in einem souveränen Staat sei „nicht hinnehmbar - aus welchen Motiven dies auch immer geschehen mag“.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle erklärte zu der mutmaßlichen Militäraktion Israels habe die Bundesregierung „keine gesicherten Erkenntnisse.“ Vor Beginn eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel sagte Westerwelle. „Solange wir keine eigenen gesicherten Erkenntnisse haben über das, was da berichtet wird, möchte ich keine Stellungnahme dazu abgeben.“

Hizbullah: „Verschwörung gegen Syrien“

Die libanesische Hizbullah-Miliz sicherte dem Regime von Präsident Baschar al Assad ihre Unterstützung zu. Bisher nahm die schiitische Miliz aber nicht zu den Meldungen Stellung, wonach in der Nacht zum Mittwoch ein Transport mit Luftabwehrraketen vom Typ SA-17 auf dem Weg von Syrien in den Libanon getroffen worden ist.

Die israelische Regierung fürchtet, dass die Hizbullah Raketen und möglicherweise Chemiewaffen in den Libanon bringen könnte, um sie aus dem Bürgerkriegschaos in Syrien herauszuholen. Die Miliz hat seit dem zweiten Libanon-Krieg im Jahr 2006 aufgerüstet. Sie soll über mehr als 60.000 Raketen verfügen – das sind mehr als vor dem letzten Krieg vor knapp sieben Jahren.

Karte / Syrien-Israel / Waffentransport

Nach Einschätzung israelischer Militärs könnte die neue Raketentechnologie aus Syrien die Luftüberlegenheit der israelischen Armee gefährden, die im Libanon – wie auch die Marine – bisher weitgehend ungehindert aktiv werden konnte. Laut libanesischen Presseberichten wurden die Streitkräfte im Libanon sowie in Syrien und Jordanien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Die israelische Armee hatte schon am Wochenende zwei Batterien des Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ in den Norden des Landes verlegt. Einwohner berichteten von auffällig vielen Starts auf den israelischen Luftwaffenstützpunkten in den vergangenen Tagen.

Die Hizbullah unterstellte Israel, Teil einer „Verschwörung“ gegen Syrien zu sein. Der Angriff der israelischen Luftwaffe auf syrisches Gebiet mache deutlich, dass es darum gehe, Syrien und seine Armee zu zerstören, um die „Achse des Widerstands“ zu brechen.

Quelle: FAZ.NET

 
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