Bei Bombenanschlägen in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind am Sonntag zwei Menschen getötet worden. Die Sprengsätze detonierten vor dem Innenministerium und vor einem vom Verteidigungsministerium genutzten Gebäude, in dem nach libyschen Angaben Verhaftungen und Verhöre stattfinden. Es waren die ersten tödlichen Anschläge in der libyschen Hauptstadt seit der Tötung des gestürzten Diktators Muammar al Gaddafi im Oktober vergangenen Jahres.
Der Sicherheitschef von Tripolis, Mahmud al Scherif machte Anhänger des gestürzten Machthabers für die Anschläge zu Beginn des Eid-al-Fitr-Festes am Ende des Fastenmonats Ramadan verantwortlich. Die Sprengsätze seien per Fernsteuerung gezündet worden und von alten Gaddafi-Gefolgsleuten in Tunesien und Algerien finanziert worden. Die mit den Anschlägen beauftragte „Schläferzelle“ sei auch für einen Autobombenanschlag in Tripolis vergangene Woche verantwortlich, bei dem niemand getötet wurde, sagte Scherif.
Auch nach der Wahl einer neuen Regierung, die den während des Aufstands gegen Gaddafi gebildeten Übergangsrat ablöste, ist es in Libyen immer wieder zu Gewalt gekommen. Milizen nutzen weiter das Sicherheitsvakuum, das während der Kämpfe entstanden war. Anschläge auf Wahlbüros und Sicherheitskräfte fanden bislang jedoch vor allem in der im Osten Libyens gelegenen Stadt Benghasi statt, wo der Aufstand im Februar 2011 begonnen hatte. Zu den Anschlägen bekannte sich am Sonntag zunächst niemand.
Ich sehe Schröder, Sarkozy ...
Andreas Müller (seckendhand)
- 19.08.2012, 13:38 Uhr