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Libyen Mehr als 100 Tote bei tagelangen Stammeskämpfen

 ·  Bei Stammesgefechten südwestlich von Tripolis sind insgesamt mehr als 100 Menschen getötet worden. Aus Sorge vor einer weiteren Eskalation griff die Armee zunächst nicht ein.

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In Libyen sind bei tagelangen Kämpfen zwischen Stämmen mindestens 105 Menschen getötet worden. Bei den Gefechten rund um Sintan und Scheguiga südwestlich der Hauptstadt Tripolis seien zudem mehr als 500 Menschen verletzt worden, sagte der Regierungssprecher Nasser al Manaa am Mittwoch. Demnach hatte die Armee aus Sorge vor einer weiteren Eskalation zunächst nicht einzugreifen gewagt. In den vergangenen zwei Tagen sei aber dank Vermittlungsbemühungen auf höchster Ebene wieder Ruhe eingekehrt.

Nach Angaben des Sprechers schickte die Regierung 42 Krankenwagen, um die Verletzten in Sicherheit zu bringen. Zahlreiche Ärzte seien zudem zur Verstärkung der örtlichen Krankenhäuser entsandt worden. Der Leiter des Krankenhauses von Gherian sagte, er habe 78 Tote gezählt, die mehrheitlich dem Stamm der Maschaschia angehörten. Demnach gab es seit Montag keine Kämpfe mehr.

Die Gefechte zwischen Angehörigen der Maschaschia und der Gontrar aus der Stadt Sintan hatten am 11. Juni um die Ortschaften Scheguiga und Mesda begonnen. Auslöser war Berichten zufolge der Tod eines Manns aus Sintan an einem Kontrollposten der Maschaschia. Diese werfen wiederum der Brigade aus Sintan vor, Scheguiga mit Panzern und Raketen beschossen zu haben. Der Konflikt geht auf die Zeit des Aufstands vergangenes Jahr zurück, bei dem die Maschaschia den Gontrar zufolge Machthaber Muammar al Gaddafi unterstützen.

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