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Libyen Kampfflugzeuge greifen abermals Ölhafen Brega an

 ·  Auch am Donnerstag haben libysche Kampfflugzeuge wieder den Flughafen der Öl-Stadt Brega angegriffen. Bei einer Evakuierungsaktion für niederländische Arbeiter wurden derweil drei niederländische Soldaten gefangen genommen. Sie befinden sich offenbar in den Händen einer Gaddafi-treuen Miliz.

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Libysche Kampfflugzeuge haben am Donnerstag den von Rebellen gehaltenen Ölhafen Brega im Osten des Landes angegriffen. Das berichteten Augenzeugen. Es sei ihnen nicht möglich gewesen, das genaue Ziel des Angriffs zu identifizieren. Höchstwahrscheinlich handele es sich um eine Landebahn, die zu einer riesigen Ölanlage gehöre.

Am Mittwoch hatten die Anhänger der Protestbewegung einen Angriff von Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi in der Region Brega-Adschdabija zurückgeschlagen. Die Kämpfe zogen sich mehrere Stunden hin, ein Mitarbeiter eines Leichenschauhauses in der nahegelegenen Stadt Adschdabija, sagte, die Zahl der dabei getöteten Menschen sei am Donnerstag auf 14 gestiegen.

Niederländische Soldaten gefangengenommen

Bei einer missglückten Evakuierungsaktion in Libyen sind unterdessen drei niederländische Soldaten einer Miliz des Gaddafi-Regimes in die Hände gefallen. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in Den Haag am Donnerstag. Den Angaben zufolge flogen die Soldaten mit einem Hubschrauber des vor Libyen ankernden niederländischen Marineschiffs MS Tromp zur libyschen Stadt Sirte, um zwei dort festsitzende Landsleute abzuholen. Nach der Landung sei die Hubschrauberbesatzung von einer Gaddafi-treuen Milizgruppe angegriffen und gefangen genommen worden.

Video: Gaddafi - „Es gibt keine Probleme“

Über die Freilassung der Niederländer werde intensiv verhandelt, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Vorfall, über den am Donnerstag die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete, habe sich bereits am vergangenen Sonntag ereignet. Er sei aus Sicherheitsgründen bis jetzt geheim gehalten worden, hieß es.

Wegen des Libyen-Konflikts wollen die EU-Außenminister am 10. März zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Bei einem Arbeitsessen solle der Sondergipfel zu dem nordafrikanischen Land am folgenden Tag vorbereitet werden, sagte eine Sprecherin von EU-Außenministerin Catherine Ashton am Donnerstag in Brüssel. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei dem Treffen eine gemeinsame Linie zu dem Aufstand gegen Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi und die durch den Konflikt ausgelöste Flüchtlingskrise finden. Zudem soll über eine Strategie zum Umbruch in Nordafrika und in der arabischen Welt insgesamt gesprochen werden.

Libysche Aufständische nehmen Soldaten gefangen

Libysche Aufständische nahmen bei Kämpfen im Osten des Landes unterdessen mehrere Soldaten und Offiziere der Armee gefangen. Der Nachrichtensender Al-Arabija zeigte am Donnerstag Bilder der Militärs, die den Aufständischen den Angaben zufolge am Vortag während der Schlacht in der Öl-Stadt Al-Brega in die Hände gefallen waren. In der weiter östlichen gelegenen Stadt Tobruk habe sich eine Einheit der Marine den Aufständischen angeschlossen, hieß es. Unterdessen macht die Organisation der Rebellen im Osten Fortschritte.

Die libysche Exil-Opposition teilte mit, in der Stadt Bengasi sei eine neue Brigade namens „Brigade 17. Februar“ gegründet worden. Die Übergangsregierung in Bengasi erklärte, der Transport weiterer ausländischer Söldner nach Libyen müsse unbedingt unterbunden werden. Dafür seien auch Luftangriffe ausländischer Armeen gerechtfertigt. „Dies wäre keine ausländische Militärintervention auf libyschem Boden“, betonte ein Sprecher des Gremiums. Er ging nicht auf den Vorschlag des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ein, eine internationale „Friedensdelegation“ nach Libyen zu schicken, die zwischen Gaddafi und den Aufständischen vermitteln soll.

Bei der Arabischen Liga in Kairo, die am Mittwochabend die Angriffe der Gaddafi-Truppen auf Zivilisten scharf verurteilt hatte, hieß es am Donnerstag, der Chávez-Plan habe positive Elemente, er werde unter den arabischen Regierungen aber noch diskutiert. In der libyschen Hauptstadt Tripolis blieb es am Donnerstag ruhig. Nach Angaben von Augenzeugen hatten zahlreiche Banken und Geschäfte geöffnet. Das Gaddafi-Regime hatte bereits vor einigen Tagen die Parole ausgegeben: „Alles muss so normal wie möglich aussehen.“

Strafgerichtshof ermittelt gegen Gaddafi und seine Söhne

Gegen Gaddafi wird unterdessen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen ermittelt. Das teilte der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), Luis Moreno-Ocampo, am Donnerstag in Den Haag mit. Auch gegen Gaddafis Söhne und andere Mitglieder seines Clans werden wegen der Gewalttaten gegen friedliche Demonstranten Ermittlungen aufgenommen.

Dazu gehören auch die Chefs verschiedener Sicherheitsdienste. Die Entscheidung, ob nun Verfahren eröffnet und Haftbefehle ausgestellt werden, liegt bei den Richtern.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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