Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice hat in einer geschlossenen Sitzung des UN-Sicherheitsrates den Truppen des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi vorgeworfen, im Kampf gegen den Aufständischen gezielt sexuelle Gewalt gegen Frauen einzusetzen.
Gaddafis Soldaten würden mit der Potenzpille Viagra versorgt, damit sie Frauen vergewaltigen könnten, sagte Frau Rice nach Angaben mehrerer Diplomaten, die an der Sitzung des Rates hinter verschlossenen Türen teilnahmen. Eine Quelle für diese Informationen nannte Rice offenbar nicht. Die Sitzung verlief nach Aussagen von Teilnehmern in gespannter Atmosphäre, weil die Vertreter Chinas, Russlands und Indiens den Vereinigten Staaten und der Nato vorwarfen, das Mandat der Ratsesolution 1973 zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung überschritten und faktisch in einem Bürgerkrieg Partei ergriffen zu haben.
Rice wies die Vorwürfe dem Vernehmen nach als „lächerlich“ zurück und verwahrte sich gegen die Gleichsetzung der Soldaten und Söldner Gaddafis mit den Aufständischen, die sich erst bewaffnet hätten, nachdem Gaddafi auf friedliche Demonstranten habe schießen lassen. Über Vergewaltigungen von Frauen durch Gaddafis Truppen sowie über die Ausgabe von Viagra und Kondomen als „Kriegsmittel“ hatte im März erstmals ein Arzt aus der Stadt Adschdabija in dem qatarischen Nachrichtensender „Al Dschasira“ berichtet. Menschenrechtsorganisationen wie „Human Rights Watch“ konnten die Bericht durch eigene Nachforschungen bisher weder bestätigen noch widerlegen.
Unterdessen bezeichnete der amerikanische Botschafter in Libyen, Gene Cretz, die Übergangsregierung der Aufständischen in der ostlibyschen Stadt Benghasi als „politisches Gremium, das unsere Unterstützung verdient“. Eine offizielle Anerkennung der Übergangsregierung durch Washington steht aber offenbar nicht unmittelbar bevor. Cretz bezifferte die Zahl der Todesopfer in Libyen auf 10000 bis 30000. Ein genaues Bild von der Zahl der Opfer lasse sich aber wohl erst gewinnen, wenn die Staatengemeinschaft freien Zugang zu den von Gaddafi am heftigsten angegriffenen Gebieten und Städten erhalte.
Tote bei Kämpfen im Grenzgebiet zwischen Libyen und Tunesien
Bei Kämpfen zwischen libyschen Rebellen und Gaddafi-Truppen Gaddafi im Grenzgebiet zu Tunesien sind unterdessen nach Angaben eines Augenzeugen etwa 20 Menschen getötet worden. Gaddafi-Kämpfer eroberten am Donnerstag den Grenzposten Dehiba von den Rebellen zurück, wie die amtliche tunesische Nachrichtenagentur TAP berichtete.
Auf tunesischem Gebiet seien mehrere Geschosse eingeschlagen. Der tunesische Augenzeuge Mohamed Hedia sagte, etwa 20 Flüchtlinge seien bei den Gefechten ums Leben gekommen. TAP zufolge sind binnen zwei Tagen rund 5.000 Menschen aus Libyen über die Grenze geflüchtet. Gaddafi-Truppen beschossen unterdessen abermals die umkämpfte libysche Stadt Misrata, dabei kamen zehn Menschen ums Leben. Die Angriffe am Donnerstag richteten sich gegen das Viertel Garara im Westen der Stadt.
Nach Angaben eines Staatsanwalts wurden in Misrata seit der Besatzung durch Gaddafi-Truppen mehr als 500 Menschen verschleppt. Viele von ihnen seien zwischen zehn und 20 Jahren alt. Im von den Rebellen kontrollierten Hafen Misratas kamen unterdessen zwei Schiffe mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waffen an. Ein Schiff mit etwa 1000 Flüchtlingen aus Misrata erreichte die weiter östlich gelegene Stadt Bengasi.
Lebhafte Fantasie der Frau Rice oder
Closed via SSO (LOCONS)
- 29.04.2011, 14:12 Uhr
was noch?
Roland Erfurt (rolerf)
- 29.04.2011, 14:43 Uhr
Das ist neu...
Stephan Szukalski (nexor)
- 29.04.2011, 15:03 Uhr
Hat Gaddhafi auch JFK erschossen?
Lutz M. Klemm (lumak)
- 29.04.2011, 15:07 Uhr
Oh weia
Willy Daitz (Daitz)
- 29.04.2011, 16:04 Uhr