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Libanon Zeit der Kriegstreiber

 ·  Die Kämpfe in Syrien haben längst schon auf den Libanon übergegriffen. In der Kornkammer des Landes, der Bekaa-Ebene, schlagen immer wieder Granaten ein. In den Hochburgen der Sunniten wittern radikale Prediger Morgenluft.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (11)
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Jan Schneidereit

Irrtümer.

Im Kern erleben wir, wie sich die auffassung, man dürfe sich in den Konflikt nicht einmischen, weil er sonst eskaliere, als fataler Irrtum erweist.

Nicht weil man in den Konflikt eingreigt, eskaliert er. Sondern genau umgekehrt ist die Ursache-Folge-Relation: Der Konflikt eskaliert, weil man nicht eingreift. Der konflikt konnte sich soweit ausbreiten, weil niemand ihm Grenzen setzte.

Wie ein Feuer, das nicht bekämpft wird, sivch immer neue Nahrung sucht, so greift auch dieser Krieg ständig neu und ständig weiter aus.

Die Weltmächte erleben, wie sich ihre furcht vor dem Eingriff gegen sie selbst wendet: Am ende haben sie durch ihr Zögern und Zsaudern genau die Situation, die sie durch Nichtstun vermeiden wollten.

Warum lernt man nicht hinzu? Seit Srebrenica hätte man doch wissen müssen, dass Zuschauen neue Opfer und neue täter nicht verhindert?

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Kurt Derix
Kurt Derix (DonDerix) - 08.05.2013 11:28 Uhr

Was ist mit den Christen im Libanon?

Was wird denn aus den Christen im Libanon, wenn der Krieg auf das Land übergreift? Man kann nur hoffen, dass die christlichen Milizen nach Ende des Bürgerkrieges nicht ihre ganzen Waffen abgeliefert haben; ansonsten sind sie genauso schutzlos wie die Christen in Syrien oder im Irak.

Man muss leider davon ausgehen, dass nach dem Fall des Assad-Regimes und des Übergreifens des Konfliktes auf den Libanon es im gesamten Nahen Osten kein Land mehr geben wird, in dem Christen friedlich leben können.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2013 16:09 Uhr
Jan Schneidereit

In Israel

können sie das immer noch!

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Martin Bossung

Endlich mal ein guter Artikel

in dem wenigstens implizit festgestellt wird, dass Saudi-Arabien und Qatar hinter dem Terrornetzwerk Al Qaida steckt. Das kann man gar nicht oft genug schreiben, um endlich für eine glaubwürdige Außenpolitik des Westens zu sorgen. Das Treffen Kerry's mit seinem russischen Amtskollegen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bei der Sanktionspolitik gegen Iran und Hizbollah hingegen könnte der Westen ruhig ein Takt kürzer treten. Immerhin hat die demokratisch legitimierte Hizbollah eine Koalition mit Christen und fordert auch nicht die Scharia.

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Torsten Gingemeyer

"Bunte Republik" Libanon

Am warnenden Beispiel Libanon kann man sehen wie ein Übermaas an Buntheit und Vielfalt sehr schnell in eine Vielfalt an unkontrolierter Gewalt umschlagen kann! Bis vor rund 40 Jahren war der Libanon ein zu rund 80 % von arabischen Christen bewohnter Staat. Er galt als die Schweiz des Nahen Ostens. Die massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen (Pälestinenser) und der Geburtenüberschuß der Muslime haben die Mehrheitsverhältnisse innerhalb weniger Jahrzehnte radikal umgekehrt. Heute ist das einst mehrheitlich christlich-arabische Land ein Spielball im sunnitisch-schitischen Konflikt geworden, der sich dem Konflikt in Syrien vermutlich kaum noch entziehen können wird.

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Heinrich Seneca

Es wird nicht enden !

Die Staaten in Nah-Ost sind alle erst im 20.Jhdt durch die Zerschlagung des Osmanischen Imperiums durch Britannien und Frankreich entstanden: Libanon und Syrien 1920, die Türkei und IRAK 1923, Saudi Arabien 1935, Jordanien 1946 und Israel 1948.
Libanon sollte nach Frankreichs Willen das Rückzugsgebiet für die Christen im Islamischen Meer - Frankreich hatte 7 Kreuzzüge in der Levante/Heiligen Land im 11-13. Jhdt geführt - sein.
Der Bürgerkrieg 1975-90 hatte neben dem Israelisch-Arabischen Konflikt auch damit zu tun, weil die wachsenden muslimischen Sekten die christliche Vorherrschaft in Libanon nicht mehr akzeptieren wollten. Mit der Arabellion in Syrien ist jetzt auch Libanon mit seinen Bindungen der islam. unterschiedlich ausgerichteten Clans wieder vor einem Bürgerkrieg stehend.
Die einen unterstützen den Kampf gegen die radikal sunnititsche Opposition und die andere Partei die FSA+ in Syrien. Wie im IRAK wird der Bürgerkrieg durch die Arabellion in Syrien neu entfacht. Prost !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2013 15:10 Uhr
Günter Düsterhus

Es gibt keine Arabellion in Syrien

Sondern nur ein von CIA und MI6 angezettelten neokolonialer Krieg
um die Gas und Ölreserven, auch die vom Iran, mit wertlosen Dollar
auszubeuten! Weiterhin sollen Russland und China aus dem Nahen Osten
verdrängt werden. Religiöse Aspekte gibt es nicht im neofeudalen Machtzirkel
der Geschäftsbanken und Eigner sondern nur Gier und Verachtung gegenüber
der Würde und den Meschenrechten!

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Roland Müller

Je weniger

die Bundesregierung das Wort Flächenbrand in den Mund nimmt, um so schneller kommt er näher. Die Anzahl der Politiker im Westen, die ihren Kopf zum denken benutzen, wird jeden Tag weniger.

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Günter Düsterhus

Das ist das Meisterstück

angloamerikanischer Außenpolitik. Libyen war auf dem Weg seine
inneren Probleme demokratisch zu lösen und Israels dreiste Angriffe auf
Territorium und Wasserreserven unmöglich zu machen. Das gesamte
Geschwätz von Terrorismus wird von den feudalen Herrschern in den
USA geschürt und gelenkt. Die Bomber von Bosten waren ein Segen
für die totalitären Bänker die die gesamte Welt mit ihrem Machtanspruch
und ihrer Gier in den Abgrund führen. Ein Land nach dem anderen
vor der europäischen Haustür wird in den Bürgerkrieg getrieben, zu
einem failed state und die Nationen in Europa durch die dreisten
Angriffe der amerikanischen Banken aufeinander gehetzt. Ich
möchte hier an die demokratische -Opposition in den USA erinnern
die mit ihrer 99% Parole den wahren Zustand einer widerlichen
Oligarchie beschrieben hat und mit den Terrorismusgesetzen
eingeschüchtert und vernichtet wurde.

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Niklas Trommler

Kommen die "Freiheitskämpfer" jetzt den Libanon demokratisieren?

Super, schnell Waffen schicken! Aber moment mal... Achja, ist ja schon Demokratisch! /ironie off
Die Schiiten stellen die Mehrheit, die Hisbollah ist legitim gewählt und somit die legitime Vertretung eben dieser. Sie hat den Süd-Libanon befreit und gewährleistet außerdem Schutz für ALLE (nicht Salafisten) Libanesen. Was auch immer nun das Ziel des Westens sein mag, ich hoffe er nimmt nicht noch in Kauf das auch im Libanon, im wahrsten Sinne des Wortes, die Köpfe unschuldiger rollen.
Interessant das die Hisbollah nicht die Scharia fordert und auch die anderen Konfessionen im Land akzeptiert, der Papst wurde neulich erst auch von ihnen Willkommen geheißen und sie unterstützten die Restauration der Maghen Abraham Synagoge in Beirut.
Warum sei Hisbollah eine radikale Terrororganisation? Ich sehe das nicht so. Weil sie Israels Politik offen hassen? (Nicht die Juden!) Und wer hasst nicht seinen (ehem.) Besatzer? Und die Salafisten werden zu demokr. Freiheitskämpfern erklärt. Verrückte Welt!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2013 12:08 Uhr
nikolaus hesse

@niklas trommler

Die Shiiten sind den Christen nicht wohlgesonnen.
Hier sei an das Schicksal der Christen in der shiitischen Stadt Antiochia erinnert.
Denken Sie auch an die Armenier in Iran!
Es ist wahr, dass die christlichen Gemeinden Iraks, Syriens, etc. die Jahrtausende
ueberdauert haben, bis zur Befreiuung durch die Amerikaner.
Wahr ist aber auch, dass die christlichen Gemeinden in Tuerkei, Palaestina, Jordanien
aufgehoert haben zu bestehen.
Und wahr bleibt auch, dass,
- von den unterirdischen deutschen Darbietungen einmal ganz abgesehen-
Englaendern+Amerikanern durch ihr daemliches Balance of Powers Spiel eine
erhebliche Mitschuld am Genozid der Armenier zukommt.
Der Dollar? Er ist ein Petrodollar, wobei gilt:
Kein Dollar ohne Petro aber durchaus Petro ohne Dollar.
Darum verrichtet heute die U.S-Armee Soeldnerdienste fuer die Scheichs
+die Sache der Sunniten.
Da zaehlen keine christlichen Belange, und deutsche schoneinmal garnicht.

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07.05.2013, 19:48 Uhr

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