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Libanon : Tote und Dutzende Verletzte bei Bombenanschlag in Beirut

  • Aktualisiert am

Wie in alten Zeiten? Die Innenstadt von Beirut nach der Explosion Bild: REUTERS

Bei einem Autobombenanschlag in Beirut sind mindestens acht Menschen getötet worden. Der Anschlag galt offenbar dem Chef des libanesischen Geheimdienstes.

          Bei einem Bombenanschlag im Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Ziel des Anschlags war offenbar der Leiter des libanesischen Polizeigeheimdienstes, Brigadegeneral Wissam al Hassan, der laut einem Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur unter den Getöteten ist. Hassan war ein enger Gefolgsmann des vor siebeneinhalb Jahren ermordeten früheren Ministerpräsidenten Rafiq Hariri. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters leitete er auch die Ermittlungen in dem Fall, die eine Verwicklung Syriens und der mit dem Nachbarland verbündeten Hizbullah in die Tat nahelegten. Im kommenden Frühjahr müssen sich vier Mitglieder der Miliz vor dem UN-Sondertribunal für den Libanon verantworten. Empörte Anhänger Hassans gingen nach dem Anschlag im ganzen Land auf die Straßen.

          Der Sprengsatz detonierte am frühen Nachmittag in der Nähe des Hauptquartiers der Kataib-Partei im christlichen Stadtteil Aschrafieh. Nach Angaben von Sicherheitskräften war die Bombe in einem Auto plaziert worden; durch die Explosion sei ein großer Krater entstanden, umliegende Häuser seien erheblich beschädigt worden. Der Kataib-Vorsitzende Amin Dschemajel warnte davor, den Libanon in die Syrien-Krise hineinzuziehen. Der Staat müsse seine Bürger schützen. Dschemajels Sohn Pierre war 2006 erschossen worden. Der libanesische Ministerpräsident Najib Miqati äußerte, die Regierung versuche herauszufinden, wer hinter dem Anschlag stecke. Die Täter würden zur Verantwortung gezogen. Der Libanon war von 2005, als Rafiq Hariri getötet wurde, bis 2008 von einer Anschlagsserie erschüttert worden, denen antisyrische Politiker und Publizisten zum Opfer fielen.

          Unterdessen traf der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, am Freitag in Damaskus ein, wo er mit Präsident Baschar al Assad über einen Waffenstillstand während des muslimischen Opferfestes Eid al Adha verhandeln will. Demonstranten in syrischen Städten lehnten am Freitag einen Waffenstillstand ab. Dieser gebe Assad nur Zeit, seine Massentötungen fortzusetzen, hieß es auf Transparenten.

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