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Kurden im Nordirak Kurdische Freiheit, kurdische Knute

Der Aufstand in Syrien bewegt auch die Kurden im Nordirak. Sie beherbergen Flüchtlinge, Kämpfer und Aktivisten. Auch die autoritäre PKK nutzt das Gebiet.

© Corbis Vergrößern Staatsaufbau: Arbil im Nordirak ist eine schnell wachsende Stadt. Rings um das alte Zentrum entstehen in großer Geschwindigkeit neue Stadtteile wie dieser

Ahmed Ali wollte nicht kämpfen. Als die Soldaten des Assad-Regimes im September in seine Straße kamen, um ihn einzuziehen, riefen Nachbarn gerade noch rechtzeitig an, um ihn zu warnen. Schnell sprang er über die Mauer des Hauses seiner Familie und lief zum vereinbarten Treffpunkt am Rande der nordsyrischen Kleinstadt Amuda. Dort stand schon der Pritschenwagen bereit, der ihn in den Irak bringen sollte - gemeinsam mit 25 anderen jungen Männern, die ebenfalls nicht kämpfen wollen in diesem Krieg, der nicht der ihre ist.

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Nachdem der Schleuser Ali und seine Gefährten abgeladen hatte, standen ihnen noch drei Stunden Fußmarsch bevor, ehe Soldaten der Autonomen Region Kurdistans sie freundlich in Empfang nahmen. Die Flucht war gelungen, die Schrecken von Verfolgung und Gängelung durch die Geheimdienste des syrischen Machthabers Baschar al Assads waren vorbei. Einen Monat später steht der 24 Jahre alte syrische Kurde auf einer Anhöhe des Flüchtlingslagers Domiz, rund 250 Kilometer östlich seiner Heimatstadt. Braune und weiße Zelte, so weit das Auge reicht, ärmlich gekleidete Frauen und Kinder unterwegs auf matschigen Wegen, die Hilfsorganisationen mit Kieselsteinen notdürftig auszubessern versuchen. Ein Plastikschild hängt um Alis Hals, Gesundheitsvermittler steht darauf. „Ich muss meinen Leuten helfen, das ist meine Pflicht“, sagt er. Die Seuchengefahr wächst, je mehr Flüchtlinge eintreffen.

Mit dem Aufstand wächst die Hoffnung auf größere Autonomie

Mehr als eine Million Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht, in den Nachbarländern haben rund eine halbe Million Unterschlupf gefunden. Etwa 15.000 davon, fast alle Kurden, sind nach Domiz geflohen, zehn Minuten von der Provinzhauptstadt Dohuk entfernt. Es ist eine Flucht zu Brüdern. UN-Mitarbeiter sind begeistert über das Engagement der Regionalregierung für die syrischen Kurden. Aber das Flüchtlingslager kann den Andrang nicht bewältigen. Der Transitbereich für nichtregistrierte Neuankömmlinge am Lagerrand wächst Tag für Tag.

Iraqis wonder in the City Park in the ce Grüne Zone: Ein Park im Zentrum von Arbil © AFP Bilderstrecke 

An diesem Vormittag hat die Schule begonnen, lachend rennen die Kinder über den frisch asphaltierten Hof zwischen den zwölf Containern, in denen der Unterricht stattfindet. Bedarf aber besteht an mehr als doppelt so vielen Klassenzimmern, sagt Joyce Gachiri vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef, das die Schule gemeinsam mit der kurdischen Nationalregierung errichtet hat. „Hier kann ich richtig gut Kurdisch lernen“, sagt ein 14 Jahre alter Junge, umringt von Klassenkameraden, die aus allen Teilen Syriens nach Domiz geflohen sind. „In Qamishli ging das nicht.“

Mit dem Aufstand gegen Assad wächst bei den syrischen Kurden die Hoffnung auf größere Autonomie. Zu den arabischen Aufständischen halten sie aber Distanz. Mit einer Ausnahme der Kurdischen Zukunftsbewegung des 2011 ermordeten Mischal al Tammu haben sich kurdische Parteien nicht dem Dachverband der Opposition, dem Syrischen Nationalrat, angeschlossen. Anders als viele Demonstranten in Homs, Hama, Deir al Zour oder Daraa unterstützen die kurdischen Revolutionäre auch nicht die Freie Syrische Armee (FSA), den losen Zusammenschluss der bewaffneten Aufständischen. „Die FSA beschützt die Bevölkerung innerhalb Syriens, wir Kurden kümmern uns um die kurdischen Gebiete“, sagt der Helfer Ali.

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