Die Staaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft wollen die Last eines Einsatzes in Mali nicht allein mit Frankreich tragen und denken dabei auch an Deutschland. „Deutschland muss sich mehr engagieren. Ich meine, auch mit Truppen“, sagte der Präsident der Elfenbeinküste und Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, Alassane Ouattara, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Zugleich wandte er sich gegen Befürchtungen, Mali könne zu einem zweiten Afghanistan werden. „Ich sehe keine Parallelen“, sagte Ouattara. Der radikale Islam habe in Mali keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Es gebe nur wenige Terroristen im Land, die meisten seien Ausländer. Auch gebe es kein Land in der Umgebung, das - wie Pakistan die afghanischen Taliban - die Fanatiker heimlich unterstütze.
Am Samstag hatten sich Politiker nahezu aller im Bundestag vertrenen Fraktionen für einen stärkeren deutschen Beitrag eingesetzt. Die Bundesregierung hat bisher die Entsendung von zwei Transall-Transportflugzeugen beschlossen, die am Samstagabend in der malischen Hauptstadt Bamako eintrafen.
Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hält einen Einsatz deutscher Kampftruppen in Mali für möglich. „Die Franzosen sind in Europa unsere engsten Verbündeten. Sollten sie um Hilfe aus Deutschland bitten - das gilt auch für Kampftruppen - könnten wir ihnen diese nicht verwehren“, sagte Kujat der „Bild am Sonntag“. Frankreich kämpft seit mehr als einer Woche gemeinsam mit der malischen Armee gegen den Vormarsch der Islamisten in dem westafrikanischen Land.
Unterdessen hat Russland angekündigt, Frankreich im Mali-Konflikt
unterstützen zu wollen. Laut Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat
Russland angeboten, ähnlich wie Deutschland Transporthilfe für Franzosen zu leisten, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Bisher haben Belgien, Großbritannien, Kanada, Italien und die Niederlande Frankreich Transporthilfe angeboten.
Französische Truppen nehmen offenbar Niono und Sevaré
Französischen Truppen haben am indessen ihren Vormarsch in den Norden Malis fortgesetzt. Bodentruppen seien am Sonntag in die Städte Niono und Sevaré eingerückt, teilte ein Sprecher der „Operation Serval“ am Sonntag in der malischen Hauptstadt Bamako mit. Sevaré liegt nördlich von Mopti auf der Ostseite des Nigers auf dem Weg nach Konna, wo es vergangene Woche heftige Kämpfe gegeben hatte. Niono liegt mehrere hundert Kilometer weiter westlich auf der Westseite des Nigers.
Frankreich hatte vor gut einer Woche in Mali militärisch eingegriffen, nachdem die islamistischen Milizen, die seit April den Norden kontrollieren, überraschend die Stadt Konna eingenommen hatten. Bis zum Wochenende wurden 2000 französische Soldaten in das westafrikanische Land gebracht, ihre Zahl soll rasch weiter auf 2500 steigen. Frankreichs Präsident François Hollande bekräftigte am Samstag, die französischen Truppen blieben solange in Mali wie notwendig, „um den Terrorismus zu besiegen“.
Frankreich multipliziert seine Kolonialfehler
Eric Boule (AlternatieveStimme)
- 21.01.2013, 17:21 Uhr
so so, der Herr Präsident fordert....
Klaus Hessenauer (Klaus4711)
- 21.01.2013, 14:33 Uhr
Mali stellt den endpunkt französischem Postkolianismus dar.
Christina Alwin (c.alwin)
- 20.01.2013, 18:47 Uhr
Herr Outarra
Gerhard Katz (spital8katz)
- 20.01.2013, 18:27 Uhr
Das ist mit Vorsicht zu genießen
Christoph Kuhlmann (Christoph_Kuhlmann)
- 20.01.2013, 17:29 Uhr