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Krieg in Libyen Weiterer Angriff auf Gaddafi-Truppen

Die Außenminister der EU haben weitere Sanktionen gegen Libyen beschlossen. Die internationale Koalition setzt unterdessen ihre Luftschläge in Libyen fort. Kanzlerin Merkel kündigt ein neues Mandat für einen Awacs-Einsatz über Afghanistan an - unabhängig vom weiteren Vorgehen der Nato.

© F.A.Z. Interaktiv: Libyen und die Arabellion

Die EU hat am Montag ihre dritte Sanktionsrunde gegen das Gaddafi-Regime verhängt. Die Außenminister der Europäischen Union billigten Sanktionen gegen elf weitere Funktionäre des Regimes und neun weitere libysche Unternehmen, darunter drei führende Geschäftsbanken. Es handelt sich um Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten. Eine Liste soll an diesem Dienstag im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, womit die Sanktionen in Kraft sind.

Außenminister Westerwelle wies darauf hin, dass die Bundesregierung sich sehr dafür eingesetzt habe, dem Machthaber Gaddafi den Zugang zu Geld zu verwehren. Deutschland will auch erreichen, dass ein Ölembargo gegen Libyen verhängt wird. „Es hat keinen Sinn, Militäraktionen in Libyen zu unternehmen, und er kommt über Öl weiter an frisches Geld“, sagte Westerwelle.

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Die Bundesregierung treibt unterdessen den zur Entlastung der Verbündeten gedachten deutschen Einsatz von Awacs-Aufklärungsflügen über Afghanistan voran. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, darüber solle am Mittwoch im Kabinett beraten und entschieden werde, der Bundestag solle das Mandat noch bis Ende der Woche billigen. Das gelte unabhängig von der künftigen Kommandostruktur beim Libyen-Einsatz, wo eine Führung durch die Nato zunächst weiter in Frage stand.

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© reuters Vergrößern Libyen-Krise: Weiterer Angriff auf Gaddafi-Truppen

Raketen treffen Militärkomplex nahe Tripolis

Unterdessen hat die internationale Koalition ihre Angriffe in Libyen fortgesetzt. Am Montagnachmittag feuerten die amerikanischen Streitkräfte abermals Marschflugkörper ab. Zwölf Cruise Missiles seien abgefeuert worden, meldete das Pentagon. Libysche Flugzeuge seien zerstört, der Vormarsch libyscher Truppen auf die Rebellenhochburg Beghasi gestoppt worden.

Sowohl der Chef der britischen Streitkräfte als auch ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Paris schlossen aus, dass der libysche Diktator Ziel von Luftschlägen werde. Am Sonntag hatte sich der britische Verteidigungsminister Fox offen für einen solchen Schritt gezeigt. Zudem war der Militärkomplex Bab Al Azizia, auf dem Gaddafi mit seiner Familie lebt und wo er sich zuletzt öfter zeigte, getroffen worden. Wo sich Gaddafi zu dem Zeitpunkt aufgehalten habe, sei unbekannt. Ein libyscher Regierungssprecher sprach von einer „barbarischen Bombardierung, die hunderte Zivilisten hätte treffen können“.

Das getroffene Gebäude liegt rund fünfzig Meter von dem Zelt entfernt, in dem Gaddafi häufig seine offiziellen Besucher empfängt. Nach Angaben eines Vertreters der internationalen Einsatzkräfte war dort ein militärisches „Kommando- und Kontrollzentrum“ der libyschen Truppen beherbergt. Aus diesem Grund sei das Gebäude auch zerstört worden. Das Verteidigungsministerium in Washington erklärte zudem, Gaddafi selbst sei nicht Ziel der Angriffe. „Er steht nicht auf der Zielliste“, sagte Admiral William Gortney. Zudem sagte er, es gebe „keine Anzeichen“ für zivile Opfer in den angegriffenen Gebieten.

Gaddafi-Sohn angeblich getötet

Nach Berichten von Oppositionellen und arabischen Medien soll vor wenigen Tagen ein Deserteur der Luftwaffe mit seinem Kampfflugzeug absichtlich auf dem Stützpunkt abgestürzt sein. Dabei sei der Sohn des Diktators Khamis tödlich verletzt worden.

Während sich die Nato weiter nicht auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Gaddafi einigen konnte, lehnte auch Washington direkte Angriffe auf den Machthaber entschieden ab.

Das getroffene Gebäude liegt rund fünfzig Meter von dem Zelt entfernt, in dem Gaddafi häufig seine offiziellen Besucher empfängt. Nach Angaben eines Vertreters der internationalen Einsatzkräfte war dort ein militärisches „Kommando- und Kontrollzentrum“ der libyschen Truppen beherbergt. Aus diesem Grund sei das Gebäude auch zerstört worden. Das Verteidigungsministerium in Washington erklärte zudem, Gaddafi selbst sei nicht Ziel der Angriffe. „Er steht nicht auf der Zielliste“, sagte Admiral William Gortney. Zudem sagte er, es gebe „keine Anzeichen“ für zivile Opfer in den angegriffenen Gebieten.

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