http://www.faz.net/-gq5-8mn19

Krieg im Irak : Armee rückt näher an Mossul heran

  • Aktualisiert am

Kurdische Kämpfer in Kirkuk Bild: AFP

Die irakische Armee dringt mit ihren Verbündeten immer weiter auf die vom IS gehaltene Stadt Mossul vor. Auch aus Kirkuk gibt es gute Nachrichten.

          Die irakische Armee hat auf ihrem Vormarsch auf die IS-Hochburg Mossul die Extremistenmiliz aus weiteren Orten vertrieben. Die Regierungstruppen nahmen am Samstag den ursprünglich von Christen bewohnten Ort Karakosch ein, aus dem die Bevölkerung vor zwei Jahren vom „Islamischen Staat“ (IS) vertrieben worden war. Damit sind die Armee und ihre Verbündeten im Südosten auf etwa 20 Kilometer an Mossul herangerückt. Bei der Offensive gegen die IS-Hochburg wird mit so schweren Kämpfen gerechnet, wie es sie im Irak seit der von den Vereinigten Staaten angeführten Invasion 2003 gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein nicht mehr gegeben hat. Der IS wurde auch aus der ebenfalls im Nordirak gelegenen Ölstadt Kirkuk vertrieben, wo der IS eine Entlastungsoffensive vorgetragen hatte.

          In Mossul sollen sich bis zu 6000 IS-Kämpfer verschanzt halten. Seit Beginn der Offensive am Montag seien rund 50 Dörfer vom IS zurückerobert worden, erklärte die irakische Armee. In Karakosch vermutetet die amerikanische Armee, das die Iraker zusammen mit einer internationalen Allianz unterstützt, noch mehrere Hundert IS-Anhänger. Am Samstag durchkämmten Soldaten die Stadt auf der Suche nach Milizionären. Auch um den Christen-Ort Karamless wurde gekämpft.

          Das amerikanische Militär lobte die Fortschritte zum Auftakt der Mossul-Offensive. „Wir sehen die Entwicklung positiv, zumal dieser Vorstoß kompliziert ist“, sagte ein Vertreter des amerikanischen Militärs. Am Samstag traf der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter zu einem Überraschungsbesuch im Irak ein, um sich ein Bild vom Verlauf der Offensive zu machen. Carter werde Ministerpräsident Haider al-Abadi treffen, verlautete aus Washingtoner Regierungskreisen.

          Bild: F.A.Z.

          Unterdessen meldete das irakische Militär, Kirkuk wieder ganz unter Kontrolle zu haben. Eine nach Beginn des IS-Sturms auf die Stadt am Freitagmorgen verhängte Ausgangssperre sei gelockert worden. Die Extremisten hatten vorübergehend ein Kraftwerk, Polizeiwachen und weitere öffentliche Gebäude eingenommen. Zuletzt verschanzten sich einige noch in einer Moschee und einem verlassenen Hotel. Ölanlagen waren bei dem Vorstoß nicht beschädigt worden. Kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten Kirkuk 2014 eingenommen, nachdem die irakische Armee vor dem IS aus der Region geflohen war. Um die Vorherrschaft in der Stadt streiten sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Irak seit langem. Der IS finanzierte sich lange Zeit vor allem über das Ölgeschäft. Durch die Gebietsverluste schmelzen diese Einnahmen aber immer mehr zusammen.

          Offensive gegen Extremisten : Irakische Armee erobert christliche Dörfer zurück

          Quelle: Reuters

          Topmeldungen

          Facebook-Post von Hildmann: „Ein Bild mit einer Pumpgun beim Sportschießen ist noch lange keine Gewaltandrohung“, sagt er.

          Vegan-Koch Attila Hildmann : „Wir werden ja sehen, ob ich ausraste“

          Der Vegan-Koch Attila Hildmann schreibt, dass er einer kritischen Journalistin gerne Pommes „in die Visage gestopft“ hätte. Dann lädt er sie und ihre Kollegen zum Essen ein – dazu stellt er ein Foto, das ihn mit Schusswaffe zeigt. Was soll das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.