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Kampf gegen Dschihadisten : Syrische Regierung begrüßt amerikanische Luftangriffe

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Ein von der amerikanischen Armee veröffentlichtes Foto von Kampfjets, die vom Flugzeugträger USS George H. W. Bush aus zu den Angriffen in Syrien starten. Bild: dpa

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad ausgeschlossen. Dessen Regierung stellt sich nun hinter die von den Vereinigten Staaten angeführten Luftangriffe auf Dschihadisten in Syrien.

          Die syrische Regierung hat sich hinter die Angriffe der von den Vereinigten Staaten geführten Koalition gegen Dschihadisten in Syrien gestellt. Syrien unterstütze „jede internationale Bemühung, die zum Kampf gegen Terroristen beiträgt“, seien es der „Islamische Staat“ (IS), die Nusra-Front oder andere, teilte das syrische Außenministerium am Dienstag mit. Die Nusra-Front ist der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al Qaida. Das Ministerium beharrte zugleich darauf, dass die syrische Souveränität gewahrt und das internationale Recht eingehalten werden müssten.

          Washington lehnt eine Kooperation mit dem syrischen Machthaber Baschar al Assad ab. Das syrische Außenministerium wurde aber nach eigenen Angaben von Washington vorab über die Angriffe informiert. Der syrische Außenminister Walid Muallem habe am Montag über seinen irakischen Kollegen eine Botschaft des amerikanischen Außenministers John Kerry erhalten, hieß es. Auch der syrische UN-Botschafter sei informiert worden. Die Erklärung vom Dienstag kündigte zudem an, dass die syrische Regierung in Abstimmung mit dem Irak den gemeinsamen Kampf gegen die IS-Miliz fortsetzen werde.

          Russland kritisierte, dass die Militäraktion nicht vorher mit der syrischen Regierung abgestimmt worden sei. „Jede derartige Aktion darf nur in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht ausgeführt werden“, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dazu reiche eine einseitige Notifizierung der Luftangriffe nicht aus. Erforderlich sei eine ausdrückliche Zustimmung der syrischen Regierung oder ein Mandat des UN-Sicherheitsrates.

          Die Nato teilte mit, sie sei an den Militäraktionen in Syrien nicht beteiligt. Frankreichs Luftwaffe hatte im benachbarten Irak Angriffe auf IS-Ziele geflogen. Solche Aktionen in Syrien schloss die Regierung in Paris jedoch aus. Großbritannien teilte mit, es habe noch keine Entscheidung über eine Beteiligung an den Militäraktionen gegen den IS getroffen.

          Die amerikanischen Streitkräfte hatten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam mit arabischen Verbündeten erstmals Luftangriffe auf Stellungen der IS-Miliz und von Al Qaida in Syrien geflogen. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei rund 30 Al-Qaida-Kämpfer in der nördlichen Provinz Aleppo getötet. Das amerikanische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe auch acht Angriffe gegen die aus Al-Qaida-Veteranen gebildete „Chorasan-Gruppe“ gegeben, die Anschläge in den Vereinigten vorbereitet habe.

          Laut der Beobachtungsstelle gab es zudem zahlreiche Angriffe gegen Stellungen der IS-Miliz in der Provinz Raqqa sowie um die Stadt Bukamal an der irakischen Grenze. Bei den Angriffen in Raqqa seien mehr als 20 Dschihadisten getötet worden. Die syrische Opposition begrüßte die Angriffe. Die Weltgemeinschaft sei damit „in unseren Kampf gegen IS eingetreten“, erklärte die Syrische Nationale Koalition am Dienstag. Laut Pentagon nahmen Bahrein, Jordanien, Saudi-Arabien, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate an den Angriffen teil.

          Das amerikanische Militär teilte mit, es seien Einrichtungen der IS vor allem in und um Raqqa , Deir al-Sor, Hasakah und Albu Kamal mit Marschflugkörpern, Bombern und Kampfdrohnen beschossen worden. Zu den Angriffszielen gehörten Kämpfer des IS, deren Ausbildungsstätten, Kommandostellen, Kommunikationsmittel, Depots, ein Finanzzentrum sowie Fahrzeuge. Alle Kampfflugzeuge seien unversehrt von dem Einsatz zurückgekehrt.

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