http://www.faz.net/-gq5-77qai

Kairo : Libysche Botschaft nach Koptenprotesten geschlossen

  • Aktualisiert am

Nach dem Tod eines ägyptischen Christen in einem libyschen Gefängnis ist es zwischen Libyen und Ägypten zu diplomatischen Spannungen gekommen. Aus Furcht vor gewaltsamen Ausschreitungen ist die libysche Botschaft in Kairo jetzt geschlossen worden.

          Der Tod eines ägyptischen Christen in einem libyschen Gefängnis strapaziert die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Nach tagelangen Protesten der koptischen Minderheit hat die libysche Botschaft in Kairo jetzt ihre Arbeit eingestellt. Die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Vertretung, dass die Entscheidung aus Furcht vor weiteren Zusammenstößen von Demonstranten mit dem Sicherheitspersonal gefallen sei.

          Vor der Botschaft hatte es in der vergangenen Woche Proteste christlicher Jugendlicher gegeben - zeitweise kam es dabei auch zu Gewalt. Anlass war der Tod eines Kopten im Gewahrsam der Polizei in der libyschen Stadt Bengasi. Menschenrechtler sagen, er sei an den Folgen von Folter gestorben. Der Ägypter war zusammen mit mehreren Dutzend anderer ägyptischer Christen Ende Februar von radikalen Islamisten festgenommen und der Polizei übergeben worden. Man warf ihnen vor, sie hätten versucht, ihren Glauben zu verbreiten, und seien illegal ins Land eingereist.

          In Ägypten protestieren Kopten seit Tagen gegen die Diskriminierung der Christen in der arabischen Welt. Seit den Umstürzen 2011 haben Islamisten in der Region an Macht gewonnen.

          Quelle: FAZ.NET

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Die provisorische Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlages auf dem Breitscheidplatz in Berlin.

          Behördenversagen : Attentäter Amri stärker überwacht als bekannt

          Neue Hinweise zeigen, wie viel die Behörden dank umfassender Überwachung schon mehr als ein Jahr vor seinem Weihnachtsmarkt-Anschlag über Anis Amri wussten. Warum wurde er nicht festgenommen? Auch dazu gibt es Vermutungen.
          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner Mitte Dezember in Berlin.

          Sonntagsfrage : FDP und Union verlieren an Zustimmung

          Der Jamaika-Abbruch tat offenbar weder den Liberalen noch der Union gut – zumindest in der jüngsten Umfrage. Von Zweistelligkeit wäre Christian Lindners Partei derzeit ein gutes Stück entfernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.