Der Tod eines ägyptischen Christen in einem libyschen Gefängnis strapaziert die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Nach tagelangen Protesten der koptischen Minderheit hat die libysche Botschaft in Kairo jetzt ihre Arbeit eingestellt. Die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Vertretung, dass die Entscheidung aus Furcht vor weiteren Zusammenstößen von Demonstranten mit dem Sicherheitspersonal gefallen sei.
Vor der Botschaft hatte es in der vergangenen Woche Proteste christlicher Jugendlicher gegeben - zeitweise kam es dabei auch zu Gewalt. Anlass war der Tod eines Kopten im Gewahrsam der Polizei in der libyschen Stadt Bengasi. Menschenrechtler sagen, er sei an den Folgen von Folter gestorben. Der Ägypter war zusammen mit mehreren Dutzend anderer ägyptischer Christen Ende Februar von radikalen Islamisten festgenommen und der Polizei übergeben worden. Man warf ihnen vor, sie hätten versucht, ihren Glauben zu verbreiten, und seien illegal ins Land eingereist.
In Ägypten protestieren Kopten seit Tagen gegen die Diskriminierung der Christen in der arabischen Welt. Seit den Umstürzen 2011 haben Islamisten in der Region an Macht gewonnen.
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