http://www.faz.net/-gq5-7z3gx

Claudia Roth in Teheran : Iran verärgert über Grünen-Politikerin

  • Aktualisiert am

Roth soll bei ihrem Besuch in Teheran indirekt die Hoffnung ausgedrückt haben, dass die Reformer die Wahl 2016 gewinnen. Das jetzige Parlament sieht das als Einmischung in interne Angelegenheiten. Bild: Jens Gyarmaty

Abgeordnete des iranischen Parlaments sind verärgert über eine Sympathiebekundung der Bundestagsvizepräsidentin mit inhaftierten iranischen Oppositionellen. Darüber hinaus hatte sich Claudia Roth mit dem Reformpolitiker Aref getroffen.

          Abgeordnete des iranischen Parlaments haben verärgert auf eine Sympathiebekundung der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth mit inhaftierten iranischen Oppositionsführern reagiert. Der Leiter des Auswärtigen Ausschusses, Alaeddin Borudscherdi, forderte laut iranischen Medien am Mittwoch die Einbestellung des deutschen Botschafters in Teheran. Die konservative Abgeordnete Fatima Aliehe sagte, Roths Besuch hätte wegen ihrer Einmischung in die internen Angelegenheiten des Irans abgebrochen werden müssen.

          Anlass der Kritik ist ein Treffen Roths am Sonntag mit Mohammed Resa Aref, dem Spitzenkandidaten der Reformer für die Parlamentswahl 2016. Darin plädierte die Grünen-Politikerin Medien zufolge für die Aufhebung des vierjährigen Hausarrests der Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karrubi. Die beiden hatten gegen vermutete Fälschungen bei der Präsidentenwahl 2009 protestiert.

          Treffen mit Frauenaktivistin nicht zugelassen

          Roth soll indirekt die Hoffnung ausgedrückt haben, dass die Reformer die Wahl 2016 gewinnen und sie Aref in neuer Funktion treffen werde. Außerdem wollte Roth mit der Frauenaktivistin Nargess Mohammedi sprechen, was von Sicherheitskräften nicht zugelassen worden sei.

          Die iranische Außenamtssprecherin sagte, das Parlament sei von Roths Programm im Voraus informiert gewesen. Parlamentarische Kontakte liefen in einem anderen Rahmen als die von Regierungen.

          Claudia Roth war am 21. Januar nach Iran gereist, um in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages den Dialog mit dem iranischen Parlament, mit der Regierung sowie der Zivilgesellschaft zu fördern und die aktuellen Öffnungsbemühungen der iranischen Politik und aus der Gesellschaft zu unterstützen.

          Topmeldungen

          Mays Brexit-Deal : Zumindest der Umweltminister bleibt

          Bislang zeichnet sich keine Mehrheit für Mays Brexit-Entwurf ab, doch alternative Szenarien haben noch weniger Unterstützer. Richtungsweisend könnte das angekündigte Misstrauensvotum werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.