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Im Gazastreifen Trotz Waffenruhe weitere Angriffe

 ·  Ägypten hat eine Waffenruhe zwischen Israel und den bewaffneten Gruppen im Gazastreifen vermittelt. Trotzdem kam es am Montag zu weiteren Angriffen. Auch die letzte Waffenruhe hielt gerade einmal zwei Wochen an.

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Trotz einer informellen Waffenruhe, die Ägypten zwischen Israel und den bewaffneten Gruppen im Gazastreifen vermittelt hat, ist es am Montag zu weiteren Angriffen gekommen. Aus Gaza wurden zehn Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert; zwei davon stoppte das Abwehrsystem „Iron Dome“.

Am Wochenende war der Süden Israels mit mehr als hundert Raketen und Granaten beschossen worden. Bei israelischen Luftangriffen kamen sechs Palästinenser um. Die israelische Regierung erwägt nun angeblich, militärisch härter durchzugreifen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lud für den Montagnachmittag 50 Botschafter ein, um ihnen die Brisanz der Lage in Gaza zu erläutern. Netanjahu wolle deutlich machen, dass Israel ein Recht habe, militärisch zu reagieren, sollte die Eskalation weitergehen, hieß es in Jerusalem. Verteidigungsminister Ehud Barak hatte davon gesprochen, möglicherweise die Militäroperationen auszuweiten, um die Hamas an einem weiteren Beschuss Israels zu hindern. Eine solche Aktion könnte mehrere Tage dauern.

Letzte Waffenruhe hielt keine zwei Wochen

In der Zeitung „Haaretz“ wurde darüber spekuliert, dass die israelische Armee die gezielte Tötung mutmaßlicher Terroristen in Gaza intensivieren könnte. Vor einer Bodenoffensive wie Ende 2008 schrecke die Regierung zurück, weil sie wenig Unterstützung in Amerika und Europa finden und die angespannten Beziehungen zur neuen islamistischen Regierung in Ägypten belasten würde. In Israel ist man beunruhigt darüber, dass die Zunahme der Gewalt an der Gaza-Grenze schon länger andauert. Die letzte Waffenruhe hielt keine zwei Wochen. Die in Gaza regierende Hamas-Organisation sieht sich offenbar von radikalen Salafisten herausgefordert, die über Schmuggeltunnel aus Ägypten nach Gaza gelangten und von dort Israel angreifen. Statt die Extremisten aufzuhalten, beteiligte sich der bewaffnete Arm zuletzt an den Angriffen auf Israel.

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