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Bombenattentat im Jemen : Gouverneur von Aden getötet

Szenen des Terrors nach der Explosion einer Autobombe in der südjemenitischen Hafenstadt Aden Bild: dpa

Im Jemen eskaliert die Gewalt weiter: Der Gouverneur von Aden ist am Sonntag durch eine Autobombe getötet worden. Zu der Tat hat sich der IS bekannt.

          Mit der Ermordung des Gouverneurs von Aden durch eine Autobombe ist am Sonntag die Gewalt in der jemenitischen Hafenstadt weiter eskaliert. Der Gouverneur, General Dschaafar Muhammad Saad, war durch den Stadtteil Tawahi gefahren, in dem in den vergangenen Monaten Al Qaida zunehmend die Kontrolle übernommen hat. Augenzeugen zufolge rammte ein mit Sprengstoff beladenes Auto den Wagen des Gouverneurs. Außer ihm wurden auch noch fünf Leibwächter getötet. Wiederholt war in den vergangenen Wochen der Konvoi von Saad auf dem Weg zum Gouverneurssitz angegriffen worden. Saad war ein enger Vertrauter des Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Jemens Präsident Hadi war nach mehr als einem halben Jahr im Exil in Saudi-Arabien im November nach Aden zurückgekehrt. Im Oktober hatte er Saad, der zuvor Sympathien für die Sezessionsbewegung im Südjemen zu erkennen gegeben hatte, zum Gouverneur ernannt. Saad war erst Anfang 2015 auf Bitten Hadis in den Jemen zurückgekehrt. Er hatte 1994 im Bürgerkrieg auf der Seite der südjemenitischen Sezessionisten gekämpft und hatte das Land nach der Niederlage seiner Einheiten verlassen. Hadi führt mit Hilfe Saudi-Arabiens und anderer arabischer Staaten einen Krieg gegen die von Iran unterstützte Houthi-Bewegung, die im Frühjahr weite Teile des Landes erobert hat, so unter anderem auch die Hauptstadt Sanaa. Hadi hatte am Samstag in Aden Gespräche mit dem Beauftragten der UN für den Jemen über die Aufnahme möglicher Friedensgespräche im Jemen geführt.

          Am Samstag waren bei weiteren Anschlägen ein ranghoher Offizier des militärischen Geheimdiensts und ein Richter getötet worden, der lange Haftstrafen gegen Mitglieder von Al Qaida verhängt hatte, die im Jahr 2000 einen Anschlag auf den amerikanischen Zerstörer USS Cole im Hafen von Aden verübt hatten. Al Qaida hatte in den vergangenen Wochen die beiden Städte Dschaar und Zindschibar erobert, die im Hinterland von Aden liegen. Im Oktober nahmen die Angriffe von Al Qaida in der Region um Aden zu, so dass sich die Regierung von Ministerpräsident Khaled Bahah wieder nach Saudi-Arabien zurückzog.

          In Aden profitierten die Dschihadisten von einem Sicherheitsvakuum. Unklar blieb zunächst, wer den Anschlag auf Saad verübt hat. Am Sonntag kursierte eine Meldung im Internet, nach der sich der „Islamische Staat“ der Tat bezichtigt. In derselben Meldung kündigt der IS weitere Anschläge gegen die „Köpfe der Apostasie“ an.

          Quelle: F.A.Z.

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