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Damaskus Rebellen verüben Anschlag im Regierungsviertel

 ·  Bei einem Bombenanschlag auf ein Treffen ranghoher Funktionäre des Regimes in Damaskus ist auch das Hotel der UN-Beobachter getroffen worden. Amerika warf Iran derweil vor, in Syrien Milizen aufzustellen und auszubilden.

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© dapd Syrische Soldaten nach dem Anschlag in Damaskus

Die syrischen Rebellen haben mitten im abgeschirmten Regierungsviertel von Damaskus einen Anschlag verübt. Unweit eines von UN-Beobachtern bewohnten Hotels explodierten am Mittwoch mehrere Sprengsätze. Die oppositionelle Freie Syrische Armee bekannte sich zu dem Anschlag. Dieser habe aber nicht den Mitgliedern der UN-Beobachtermission für Syrien (Unsmis) gegolten, sondern einem Treffen von ranghohen Funktionären der Sicherheitskräfte in einem nahe gelegenen Militärgebäude.

Das von Unsmis-Mitarbeitern benutzte Hotel und ein gegenüber gelegenes Gewerkschaftsgebäude wurden bei der Explosion beschädigt. Ein Sprecher der Aufständischen sagte dem Sender Al Dschazira, der Anschlag gegen mehr als 150 Teilnehmer eines Treffens militärischer Sicherheitsdienste sei einen Monat lang vorbereitet worden.

Mitte Juli waren bei einem Anschlag auf das Zentrum der nationalen Sicherheitsbehörde in Damaskus vier enge Vertraute von Machthaber Baschar al Assad getötet worden. „Wir werden in der Hauptstadt so lange derartige Operationen durchführen, bis wir ihn erwischen“, sagte der Rebellensprecher. Am Mittwochnachmittag berichteten Staatspresse und Rebellengruppen übereinstimmend von neuen Kämpfen in der Hauptstadt. Auch in der Nähe des Regierungssitzes soll es zu Feuergefechten gekommen sein.

OIC kritisiert Assad-Regime

Die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) kritisierte bei ihrem Sondergipfel im saudi-arabischen Mekka das Assad-Regime. In der Abschlusserklärung, die die OIC in der Nacht zum Donnerstag verabschieden wollte, sollte dieses als „illegitim“ verurteilt werden. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hatte sich am Dienstag gegen den Ausschluss Syriens aus der Organisation gewandt. Iran ist einer der letzten Verbündeten des Assad-Regimes.

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta sagte am Dienstag in Washington, es gebe Hinweise, dass Iran gegenwärtig versuche, in Syrien Milizen aufzustellen und auszubilden. Diese sollten auf der Seite der Regierungstruppen kämpfen.Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte am Mittwoch ein Ende der Kämpfe in Syrien.Nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in Damaskus verlangte Frau Amos, Versorgungsrouten für die unter dem Bürgerkrieg leidende Zivilbevölkerung müssten geöffnet werden.

Die Gefechte zwischen Regierungseinheiten und Aufständischen um das seit fast einen Monat umkämpfte nordsyrische Wirtschaftszentrum Aleppo gingen auch am Mittwoch weiter. Nach Angaben der oppositionellen Lokalen Koordinierungskomitees wurde auch in der an Irak angrenzenden östlichen Provinz Deir al Zour, in der an die Türkei angrenzenden Region Idlib und im Grenzgebiet zu Jordanien nahe Daraa gekämpft.

Die mit Assad verbündete libanesische Schiitenorganisation Hizbullah wies am Mittwoch Berichte zurück, nach denen eines ihrer Mitglieder in Syrien von Aufständischen entführt wurde. Der Familie des entführten Libanesen ist es nach eigenen Angaben jedoch gelungen, im von der Hizbullah kontrollierten Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut mehrere Syrer als Geiseln zu nehmen, unter ihnen Mitglieder der Freien Syrischen Armee. Im Austausch gegen den in Syrien festgehaltenen Hassan al Moqdad würden sie wieder freigelassen, hieß es.

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Jahrgang 1971, Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Kairo.

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