Home
http://www.faz.net/-gq9-773vj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Damaskus 53 Tote bei Bombenanschlag im Stadtzentrum

In der Nähe des Sitzes der regierenden Baath-Partei in Syrien ist eine Autobombe explodiert. 53 Menschen sollen getötet worden sein. Wenige Stunden nach dem Anschlag wurde das Gebäude des Generalstabs mit Panzerfäusten beschossen.

© dpa Vergrößern Bei der Explosion einer Autobombe in Damaskus sollen 53 Menschen getötet worden sein

In Damaskus sind am Donnerstag bei einem Bombenanschlag Dutzende Menschen getötet worden. Die Explosion der Autobombe ereignete sich in der Nähe des Sitzes der Baath-Partei und der russischen Botschaft im Zentrum der syrischen Hauptstadt. Die Staatspresse sprach von einem „terroristischen Angriff“ und 53 Toten. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, das Baath-Hauptquartier sei Ziel des Anschlags gewesen. Der qatarische Sender Al Dschazira meldete, die Scheiben der russischen Botschaft seien durch die Explosion zerborsten. Stunden später wurde das Gebäude des Generalstabs der Armee in Damaskus mit Panzerfäusten beschossen.

Damaskus weiter unter Kontrolle des Regimes

Im vergangenen September hatten sich Rebellen und Soldaten des Assad-Regimes im Generalstabsgebäude heftige Gefechte geliefert. Wenige Wochen zuvor hatten Aufständische einem Anschlag auf den engsten Führungszirkel um Machthaber Baschar al Assad verübt. Die angekündigte Offensive auf die syrische Hauptstadt konnten die Truppen Assads aber zurückschlagen. Zwar ist es den Gegnern Assads in den vergangenen Monaten offenbar gelungen, Gebiete an der türkischen Grenze im Norden und Nordwestens unter ihre Kontrolle zu bringen. Auch mehrere Armeestützpunkte wurden eingenommen. Doch Damaskus steht trotz immer wieder aufflammender Kämpfe weiter unter Kontrolle des Regimes.

Der Anschlag im stark gesicherten Damaszener Stadtteil Mazraa zeigt aber, dass es den Aufständischen möglich ist, Angriffe auf wichtige Schaltstellen des Regimes in der Hauptstadt zu führen. Zwei Jahre nach Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 haben die Rebellen unter anderem durch Unterstützung aus Qatar und Saudi-Arabien ihre militärischen Fähigkeiten verbessern können. Die Oppositionsführung fordert neben Panzerabwehrwaffen und Flugabwehrraketen vor allem Ausbildung für ihren militärischen Flügel.

Mehr zum Thema

Die Europäische Union hatte Anfang der Woche das Waffenembargo gegen Syrien verlängert, obwohl der oppositionelle Dachverband der Nationalen Koalition syrischer revolutionärer und oppositioneller Kräfte für dessen Aufhebung eintritt. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich gegen den Rat der maßgeblichen Minister gegen Waffenlieferungen an die Rebellen entschieden.

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kolumbien „Friedensprozess steht auf dem Spiel“

Mit einem Bombenanschlag hat die Guerillagruppe Farc den wichtigsten Pazifikhafen Kolumbiens von der Stromversorgung abgeschnitten. Präsident Santos drohte, dass die Friedensverhandlungen abgebrochen werden könnten. Mehr

30.07.2014, 06:31 Uhr | Politik
Ostukraine Separatisten am Abschussort sollten Piloten festnehmen

Prorussische Kämpfer sind unmittelbar nach dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs zum Absturzort gefahren. Das bestätigten Separatisten der F.A.Z.. Damit verdichten sich die Hinweise auf die Schuldigen. Mehr

22.07.2014, 16:58 Uhr | Politik
Ostukraine Gefechte rund um MH17-Absturzstelle

Internationale Experten haben den Besuch der Absturzstelle von Flug MH17 abgesagt. In dem Gebiet in der Ostukraine brachen Panzergefechte zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Rebellen aus. Mehr

27.07.2014, 14:49 Uhr | Politik

Kiew macht einen klugen Zug

Von Reinhard Veser

Das ukrainische Parlament hat erlaubt, dass bis zu 950 bewaffnete Soldaten aus den Niederlanden und Australien an den Absturzort des Flugs MH 17 kommen dürfen. Das bringt die Separatisten in der Ostukraine in Zugzwang. Mehr 169 74