Home
http://www.faz.net/-gq9-77qpp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundesnachrichtendienst Schindler warnt vor „Irakisierung“ Syriens

Angesichts einer zersplitterten Opposition ohne übergreifende Strategie hat BND-Chef Gehard Schindler vor einer „Irakisierung“ Syriens gewarnt. Das Assad-Regime werde zusammenbrechen.

© dpa Vergrößern Ein Scharfschütze der syrischen Rebellen in Aleppo

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, hat vor einer „Irakisierung“ Syriens gewarnt. Schindler sagte im Deutschlandfunk: „Für uns steht fest, das Regime Assad wird am Ende verlieren.“ Doch sei es nicht seriös, ein Datum oder auch nur einen Zeitraum zu nennen, wann das geschehen sein werde. Assad und sein „engster Führungszirkel“ dächten nicht daran einzulenken. „Sie fühlen sich sicher, dass sie diese Auseinandersetzung gegen die eigene Bevölkerung gewinnen können.“ Schindler fügte an: „Auf der anderen Seite sehen wir bei der Opposition keine Einigung, keine übergreifende Strategie, sondern sehr viel Heterogenität.“ Es sei zu befürchten, „dass so eine Art Irakisierung kommt“. Eine Zersplitterung in verschiedene Gruppierungen „wäre sicherlich keine gute Entwicklung für Syrien“.

Mehr zum Thema

Falls das Assad-Regime zusammenbreche, stelle sich die Frage nach dem Verbleib syrischer Chemiewaffen. Schindler äußerte sich vage. Es gebe viele Spekulationen. „Der Bundesnachrichtendienst hat die Aufgabe der Aufklärung, und wir tragen dazu bei, dass wir ein gutes Lagebild erhalten: Wo sind diese C-Waffen, welche Stoffe sind dort gelagert? Und mit diesem Lagebild wollen wir zur Lösung beitragen.“ Derzeit sehe er keine Anzeichen dafür, dass das Assad-Regime Chemiewaffen einsetzen wolle. Der bewaffnete Widerstand gegen Assad umfasse in Syrien etwa 100000 Kämpfer, sagte Schindler. Es sei schwierig zu sagen, wie stark die einzelnen Gruppierungen seien. In Syrien wechselten unterdessen laut Angaben von Aktivisten am Samstag ein General und 20 Soldaten von der syrischen Armee auf die Seite der Opposition.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen den Islamischen Staat Das Kalkül des Präsidenten

Barack Obama will nicht die selben Fehler wie sein Vorgänger George W. Bush machen. Um Amerika aus dem Konflikt in Syrien und im Irak zu halten, geht er merkwürdige Koalitionen ein. Im Weißen Haus rechnet niemand mit einer schnellen Lösung. Mehr Von Andreas Ross

12.10.2014, 11:30 Uhr | Politik
Assad gewinnt umstrittene Wahl in Syrien

Bei der umstrittenen Präsidentschaftswahlen gewann der Amtsinhaber nach offiziellen Angaben über 88 Prozent der Stimmen. Mehr

05.06.2014, 09:33 Uhr | Politik
Islamischer Staat Zwei mutmaßliche IS-Unterstützer in Aachen festgenommen

Bei einer Razzia in Aachen sind zwei mutmaßliche Helfer der IS-Miliz festgenommen worden. Sie stehen unter Verdacht, den Islamischen Staat und die Miliz Ahrar al Sham unterstützt zu haben. Mehr

18.10.2014, 20:48 Uhr | Politik
Syrische Kurden flüchten in die Türkei

Zehntausende Kurden verlassen Syrien, um in der Türkei Schutz vor der Extremistenmiliz Islamischer Staat zu suchen. Mehr

21.09.2014, 15:56 Uhr | Politik
+++ Bagdad Briefing +++ Am Rande des Abgrunds

Die Lage im Libanon verschärft sich durch Gefechte, die sich im Grenzgebiet zu Syrien Palästinensermilizen und Kämpfer der Nusra-Front liefern. Sympathisanten des Islamischen Staats attackieren Armee und Polizei. Mehr Von Markus Bickel

23.10.2014, 18:17 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.03.2013, 17:54 Uhr

Rettet das Saarland

Von Friederike Haupt

Annegret Kramp-Karrenbauer hat keineswegs gefordert, die Zahl der Bundesländer zu minimieren. Sie wollte nur auf die prekäre Finanzlage des Saarlandes hinweisen. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Mehr 5 19