Home
http://www.faz.net/-gq9-7ol00
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Bürgerkrieg in Syrien Washington verdächtigt Assad nach neuem Giftgas-Angriff

Die Vereinigten Staaten gehen Hinweisen nach, dass Präsident Assad im Bürgerkrieg in Syrien erneut Chemiewaffen eingesetzt hat. Bei einem Angriff auf Aufständische in der Provinz Hama soll Chlorgas verwendet worden sein.

© AFP Vergrößern Syriens Präsident Assad (r.)

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass im Bürgerkrieg in Syrien erneut Chemiewaffen eingesetzt wurden. Die USA prüften derzeit Vorwürfe, wonach die Regierung um Präsident Baschar al-Assad für den Einsatz in der von Rebellen kontrollierten Kleinstadt Kafr Zita vor gut einer Woche verantwortlich sei, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki am Montag in Washington.

Bei der hochgiftigen Chemikalie handele es sich wahrscheinlich um Chlorgas. Assad hatte 2013 nach einem Giftgas-Einsatz mit Hunderten Toten in Damaskus einen US-Militärschlag abgewendet, weil er sich zur Aufgabe seines Chemiewaffen-Arsenals bereiterklärt hatte.

Bei dem Luftangriff auf Kafr Zita waren nach Berichten des syrischen Staatsfernsehens zwei Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden. Aufständische und Vertreter des Regimes hatten sich gegenseitig beschuldigt, die Verantwortung hierfür zu tragen. Einwohner hätten über „Atemnot und Vergiftungserscheinungen“ geklagt, berichtete die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Auch Frankreichs Staatschef François Hollande hatte am Sonntag erklärt, seine Regierung habe „Hinweise“ darauf, dass Assads Truppen weiter Chemiewaffen einsetzen würden. Allerdings gebe es dafür noch keine Beweise, sagte Hollande dem Radiosender Europe 1. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien gab es wiederholt Berichte über den Einsatz von Giftgas, deren Urheber nur schwer festzustellen sind.

Präsidentenwahl für dritten Juni angesetzt

In Syrien herrscht seit rund drei Jahren Bürgerkrieg, Aufständische wollen Assad aus dem Amt drängen. Bislang wurden etwa 150.000 Menschen getötet. Vor wenigen Tagen hatten staatliche Medien Assad mit den Worten zitiert, er Gewinne im Machtkampf mit den Rebellen die Oberhand.

Am Montag hieß es im staatlichen Fernsehen, die kommende Präsidentenwahl sei für den 3. Juni angesetzt. Es wird erwartet, dass Assad für eine dritte Amtszeit antritt und das Votum auch für sich entscheidet.

Mehr zum Thema

Quelle: rtr

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Syrien Menschenrechtler: Assad greift Zivilisten mit Fassbomben an

Das Grauen nimmt kein Ende: Mehr als tausend Fassbomben soll die syrische Regierung alleine über der umkämpften Stadt Aleppo abgeworfen haben. Human Rights Watch fordert Sanktionen und ein Embargo gegen das Assad-Regime. Mehr

24.02.2015, 21:53 Uhr | Politik
Syrien Mehr als 150 Tote bei Kämpfen um Aleppo

Bei Kämpfen um die Stadt Aleppo sind nach Angaben der in England ansässigen syrischen Beobachtungstelle für Menschenrechte mehr als 150 Menschen getötet worden. Regierungstruppen hatten eine Offensive gegen die Rebellen gestartet. Mehr

19.02.2015, 10:44 Uhr | Politik
Kampf gegen IS Amerika verstärkt Einsatz in Syrien

Die Vereinigten Staaten wollen bis zu 3000 syrische Rebellen ausbilden, damit diese im Kampf gegen den Islamischen Staat amerikanische Luftunterstützung anfordern können. Mehr

18.02.2015, 14:39 Uhr | Politik
Syrien US-Militär: Keine Hinweise auf zivile Opfer von Luftangriff in Syrien

Oppositionsvertreter: Zivilisten seien bei Angriff auf Getreidespeicher getötet worden Mehr

29.09.2014, 20:18 Uhr | Politik
Bürgerkrieg in Syrien Türkei und Amerika wollen syrische Rebellen ausbilden

15.000 Mann gegen das Regime Assad und den Islamischen Staat: Gemeinsam mit der Türkei wollen die Vereinigten Staaten gemäßigte syrische Rebellen trainieren und ausrüsten. Mehr

19.02.2015, 22:43 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.04.2014, 20:17 Uhr

Das Zerwürfnis

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Dass Benjamin Netanjahu sich um die Sicherheit Israels sorgt, ist selbstverständlich. Politisch klug war sein Auftritt vor dem amerikanischen Kongress aber nicht. Denn er zementiert das Zerwürfnis mit Barack Obama. Mehr 11 6