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Amerikanische Regierungsbeamte „Iran hilft Assad im Kampf gegen Revolte“

Nach Ansicht amerikanischer Regierungsbeamter hilft Iran der syrischen Regierung bei der Niederschlagung des Aufstands. In Damaskus kam es abermals zu Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Der Sondergesandte Annan wird erst kommende Woche nach Peking reisen.

© REUTERS Vergrößern Gegen den Diktator: Demonstration in Maraa nahe Aleppo am 23. März

Der syrische Staatschef Baschar al Assad hat sich offenbar für die Niederschlagung des Aufstandes in seinem Land Unterstützung im verbündeten Iran geholt. Teheran habe Assads Militär unter anderem mit elektronischen Überwachungssystemen, Waffen und Munition versorgt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter aus den Vereinigten Staaten und Europa, die jedoch nicht namentlich genannt werden wollten.

Die Islamische Republik habe der syrischen Regierung zudem Giftstoffe geliefert. Iranische Sicherheitsbeamte seien nach Damaskus gereist, um Assad Ratschläge im Kampf gegen die Revolte zu geben, berichteten die für Sicherheitsfragen zuständigen Beamten weiter. Einige der iranischen Beamten seien zu weiteren Beratungen im Land geblieben. Auch bei der Unterbrechung von Internetverbindungen soll der Iran geholfen haben, um die Kommunikation der Opposition zu erschweren.

Schwere Zusammenstöße und Angriffe in Damaskus

Bei nächtlichen gewaltsamen Zusammenstößen und Angriffen in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens zwei Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Damaskus und Umgebung habe es „sehr heftige“ Zusammenstöße zwischen Soldaten und Deserteuren gegeben, sagte ein Aktivist. In der gesamten Region seien Explosionen und Schüsse zu hören gewesen.

In den Städten Duma und Artus nahe Damaskus und in der Hauptstadt selbst gab es demnach in der Nacht mehrere Massenproteste gegen die Regierung. Der im Exil tätigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurde bei einem Angriff der syrischen Sicherheitskräfte auf die Stadt Sarakeb in der Provinz Idlib ein Zivilist erschossen. Ein weiterer Mensch starb demnach in der Provinz Daraa, ebenfalls eine Hochburg der Proteste.

Seit Samstagmorgen stehen der Beobachtungsstelle zufolge zudem wieder mehrere Viertel von Homs, die nahegelegene Stadt Kusseir sowie die Stadt Kalaat al Madik in der zentralen Provinz Hama unter Beschuss.

Annan erst kommende Woche in Peking

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan, der sich an diesem Wochenende in Moskau aufhält, reist nach Angaben des chinesischen Außenministeriums nun erst Anfang kommender Woche nach Peking. Annan werde am Dienstag und Mittwoch in China erwartet, teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit, ohne sich zu den Gründen der Planänderung zu äußern.

Annans Sprecher hatte ursprünglich erklärt, der Gesandte werde im Bemühen um einen Ausweg aus der Syrien-Krise am Wochenende nach Moskau und Peking reisen. Russland und China sind derzeit die Hauptgegner einer scharfen UN-Resolution gegen die Machthaber in Syrien.

Sarakeb gestürmt

Unterstützt von Panzern haben syrische Regierungstruppen die Ortschaft Sarakeb im Norden des Landes gestürmt. Das Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees teilten mit, die Soldaten seien von Norden in den Ort eingerückt und stießen weiter vor. Dabei wurde nach Angaben des Observatoriums mindestens ein Mensch getötet.

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