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Veröffentlicht: 05.09.2015, 20:51 Uhr

Krieg gegen IS Amerika warnt vor russischem Truppenaufmarsch in Syrien

Die Vereinigten Staaten befürchten eine weitere Eskalation des Konflikts in Syrien, sollte Moskau Truppen schicken. Russland hat Kriegsmaterial dorthin gebracht und nun die Möglichkeit 3000 Soldaten und Kampfflugzeuge dort zu stationieren.

© Reuters Kriegsgebiet: Panzer in der Nähe der syrischen Hafenstadt Latakia.

Seitdem Waldimir Putin bekannt gegeben hat, gegebenenfalls mit russischen Militär gegen die Truppen des „Islamischen Staats“ zu kämpfen, wächst die Angst in Washington. Nun haben die Vereinigten Staaten Russland offiziell vor einem möglichen Truppenaufbau in Syrien gewarnt.

Wie das amerikanische Außenamt mitteilte, sprach Außenminister John Kerry am Samstag in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow „amerikanische Besorgnisse“ über Berichte an, „die auf einen dortigen unmittelbaren erhöhten russischen Militäraufbau hindeuten“.

Kerry habe klar gemacht, „dass diese Aktionen, sollten solche Berichte akkurat sein, den Konflikt weiter eskalieren könnten“. Sie könnten zu einem größeren Verlust unschuldiger Menschenleben führen und die Flüchtlingsströme vergrößern. Zudem bestünde das Risiko einer Konfrontation mit der internationalen Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS).

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Russland hat kürzlich vorgefertigte mobile Wohneinheiten auf einem syrischen Flugplatz transportiert. Daneben wurde ein mobiles Luftraumkontrollzentrum aufgebaut. Der Flugplatz gehört zu Latakia, der größten Hafenstadt in Syrien. In den letzten Tagen gingen in den syrischen Nachbarstaaten Anfragen zu russischen Überflugrechten ein

In den Vereinigten Staaten ist man sich über Putins Pläne nicht sicher. Er hätte aber nun die Möglichkeit bis zu 3000 Soldaten direkt in Syrien zu stationieren. Die Militärbasis könnte auch benutzt werden um direkt Flugangriffe auf die Gegner des Assad-Regimes zu fliegen. Nach Informationen der „New York Times“ sind das amerikanische Außenministerium und auch das Weiße Haus alarmiert. Eine Verlegung von russischen Soldaten und Kriegsmaterial nach Syrien konnte bisher aber noch nicht bestätigt werden.

Die Vereinigten Staaten und der amerikanische Außenminister John Kerry bemühen sich weiterhin an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. „Wir haben regelmäßig unsere Bedenken gegenüber der militärischen Unterstützung des Assad-Regimes durch Russland geäußert“, sagte John Kirby, der Pressesprecher des Außenministeriums, „wenn sich unsere Vermutungen bewahrheiten, würde das das russische Engagement eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts zu finden in Frage stellen.“

Am Freitag hatte Wladimir Putin Berichte über ein militärisches Eingreifen Russlands in den Konflikt als „verfrüht“ abgetan.

Doch nicht nur die Vereinigten Staaten machen sich Sorgen, auch Saudi-Arabien sieht die Entwicklungen kritisch. Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir äußerte sich am Rande des Besuchs von König Salman in Washington: „Wenn die Berichte wahr sind, würde das eine ernsthafte und eine sehr gefährliche Eskalation der Lage darstellen.“

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