Home
http://www.faz.net/-gq9-77ei3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Ägypten Tote bei Unruhen in Port Said

In Port Said ist es am Montag abermals zu Unruhen gekommen. Tausende nahmen an den Trauerfeiern für drei Opfer der nächtlichen Unruhen teil. Sie skandierten Schmährufe gegen die Regierung Mursis. Ein Polizeirevier wurde in Brand gesteckt.

© AP/dpa Vergrößern Demonstrationen in Port Said: Eine Rauchsäule steigt über dem Hauptquartier der Sicherheitskräfte auf.

Bei Protesten in Port Said haben Demonstranten am Montag das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in Brand gesteckt. Ein Teil des Gebäudes habe in Flammengestanden und darüber stieg eine Rauchsäule auf, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP. In der ägyptischen Hafenstadt hatten zuvor Tausende an den Trauerfeiern für drei Opfer der nächtlichen Unruhen teilgenommen. Sie skandierten Schmährufe gegen die Regierung und das Innenministerium in Kairo und forderten den Rücktritt des islamistischen Präsidenten Muhammad Mursi. Das Fernsehen berichtete live über den Trauerzug. Nach Angaben des Innenministeriums hatten Unbekannte vor einer Polizeistation der Stadt am Suez-Kanal in der Nacht zum Montag wahllos um sich geschossen. Nach Behördenangaben wurden zwei Polizisten und drei Demonstranten getötet. Zuvor hatten Demonstranten das Polizeirevier mit Steinen und Brandsätzen beworfen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Die Armee dementierte Berichte, nach denen Soldaten auf Polizisten geschossen haben sollen, die Tränengas in die Menge feuerten. Am Montagnachmittag gab es abermals Zusammenstöße. Die Unruhen hatten sich an der Entscheidung des Innenministeriums entzündet, 39 Gefangene aus der Stadt zu verlegen. Als Grund gab das Ministerium an, Unruhen vermeiden zu wollen. Bei den Häftlingen handelt es sich um Angeklagte in den Prozessen um das Blutbad im Stadion von Port Said im Februar 2012. Am Samstag sollen weitere Urteile gesprochen werden.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ägypten Gericht stuft Hamas als terroristische Gruppe ein

Ein Gericht in Ägypten hat die gesamte Hamas als terroristische Gruppe eingestuft. Damit dürfte die Organisation Kairo nicht länger als Vermittler im Konflikt mit Israel akzeptieren. Mehr

28.02.2015, 14:43 Uhr | Politik
Proteste in Port-au-Prince Haiti stellt sich gegen seinen Präsidenten

Seit Wochen demonstrieren Menschen in dem verarmten Karbikstaat gegen die Regierung. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Martelly. Die Zeit für Wahlen drängt. Mehr

29.12.2014, 11:10 Uhr | Politik
Nach Mord an Kopten Ägyptischer Luftangriff auf IS-Stellungen in Libyen

Nach der Enthauptung 21 ägyptischer Kopten weitet das Regime Abd al Fattah al Sisis seinen Krieg gegen den Islamischen Staat auf Libyen aus. Dahinter steckt auch innenpolitisches Kalkül. Mehr Von Markus Bickel, Kairo

16.02.2015, 08:02 Uhr | Politik
Port-au-Prince Dramatischer Unfall bei Karnevalsfeier

Nach Behördenangaben kam ein Karnevalswagen in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince mit einer Hochspannungsleitung in Berührung. Es gab Tote und Verletzte. Mehr

17.02.2015, 15:53 Uhr | Gesellschaft
Trauermarsch für Boris Nemzow Ohne Worte, voller Bitterkeit

Zehntausende Moskauer trauern bei einem Gedenkmarsch um den ermordeten Kremlkritiker Boris Nemzow. Viele glauben, dass er wegen seines Kampfes für Frieden in der Ukraine sterben musste.  Mehr Von Friedrich Schmidt, Moskau

01.03.2015, 17:55 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.03.2013, 16:52 Uhr

Absurdes aus Athen

Von Leo Wieland, Lissabon

Alexis Tsipras macht nun auch Portugal und Spanien Vorwürfe wegen ihrer Haltung im Schuldenstreit. Das ist absurd. Mehr 72 70